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Experten warnen: UV-Strahlung in vielen Berufen zu hoch

Freitag, 6. November 2015

Berlin – Außenarbeiter haben ein erheblich höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, als der Durchschnittsdeutsche. Darauf haben Experten im Vorfeld der bundesweiten Aktionswoche Haut&Job hingewiesen, die von Hautärzten, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege gemeinsam getragen wird. Sie fordern deshalb bessere UV-Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz.

Dass der UV-Schutz am Arbeitsplatz dringend einen höheren Stellenwert erfahren muss, unterstreichen erste Auswertungen von Messungen, die die DGUV seit 2014 bei Außenarbeitern durchführt. „Ein Blick auf die Daten, die etwa 28.000 einzelne Messtage in über 100 Berufen umfassen, zeigt, dass es in vielen Berufen zu hohen Bestrahlungen kommt“, vedeutlichte Marc Wittlich, Leiter des Referats Strahlung am Institut für Arbeitsschutz der DGUV. Dabei seien nicht nur die viel zitierten Bauberufe und Berufe in der Landwirtschaft von dieser Gefährdung betroffen. „Grundsätzlich müssen alle Berufe mit regelmäßigen Anteilen im Freien sorgfältig analysiert werden“, so Wittlich.

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Deshalb sollte der Schutz vor solarer UV-Strahlung im Beruf weiter in den Fokus rücken. Denn sie gilt als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von hellem Hautkrebs und seiner Vorstufen. „Zuerst sind technische Maßnahmen zu ergreifen wie Überdachungen, Sonnensegel oder auch Unterstellmöglichkeiten in den Arbeitspausen“, erklärte Gerhard Citrich von der IG Bauen-Agrar-Umwelt.

Dazu zählen auch organisatorische Aspekte, wie die Hauptarbeitszeit in die weniger UV-belasteten Tageszeiten zu verlegen, für Unterbrechungen durch längere Pausen zu sorgen und das Arbeiten zu den Sonnen-Spitzenzeiten am Mittag zu vermeiden. „Es müssen auch persönliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden“, forderte Andrea Bauer von der Universitätshautklinik Dresden. Neben dem Schutz der Augen rät sie zur 4-H-Regel: Hemd, Hose, Hut und hoher Sonnenschutz. „Der Standard-Schutzhelm bietet keinen Schutz des Gesichts, des Nackens und der Ohren vor solarer UV-Exposition“, machte die Dresdener Dermatologin deutlich.

Besser seien Helme mit breitem, umlaufendem Blendring. Wer keinen Helm tragen muss, sollte auf jeden Fall eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe oder einem Schutztuch für den Ohren-, Hals- und Nackenbereich haben. „Intensive Anstrengungen müssen unternommen werden, um eine Kultur der Prävention in Außenberufen einzuführen und die zukünftige Entwicklung von Hautkrebs bei Außenarbeitern zu vermeiden“, so ihr Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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