Ärzteschaft

Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland stagniert bei 3.200

Montag, 9. November 2015

Berlin – 3.200 haben sich im Jahr 2014 in Deutschland mit dem HI-Virus infiziert. Die Zahl der Neuinfektionen ist damit gegenüber 2013 unverändert geblieben. 480 HIV-Infizierte sind im vergangenen Jahr gestorben. Insgesamt leben etwa 83.400 Menschen mit HIV oder Aids in Deutschland. Diese neuen Schätzungen hat das Robert Koch-Institut im Epidemiologischen Bulletin 45/2015 veröffentlicht.

Bezogen auf das inländische Infektionsgeschehen sind Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) mit geschätzten 53.800 derzeit lebenden Infizierten nach wie vor die Hauptbetroffenengruppe.

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Laut dem RKI leben in Deutschland etwa 10.500 auf heterosexuellem Wege in Deutsch­land mit HIV infizierte Menschen. HIV bei ihnen häufiger als in anderen Gruppen erst spät diagnostiziert. „Ärzte sollten daher bei Auftreten von sogenannten HIV-Indikatorerkrankungen auch bei als heterosexuell eingeordneten Patienten vermehrt an die Möglichkeit einer HIV-Infektion denken und einen Test empfehlen“, hieß es aus dem RKI.

„Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist im europäischen Vergleich niedrig, könnte aber noch sinken“, sagte Ulf Hentschke-Kristal aus dem Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe. Wichtig sei, dass Menschen, die ein HIV-Risiko hatten, einen Test machten. „Vor allem Angst vor Diskriminierung und der Glaube, mit HIV sei ein erfülltes Leben nicht mehr möglich, halten Menschen vom HIV-Test ab“, erläuterte Hentschke-Kristal. Der Stigmatisierung entgegenzutreten und realistische Bilder vom Leben mit HIV zu vermitteln sei daher der wichtigste Schlüssel zu weiteren Erfolgen in der HIV-Prävention, so Hentschke-Kristal.

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung (dagnä) verwies auf die guten Versorgungsstrukturen in Deutschland. „Das ist ein großer Erfolg. Sorgen machen aber die Neuinfektionen und die nicht-diagnostizierten Infizierten. Hier müssen wir noch besser werden. Das RKI hat recht: Neue Wege der Prävention - wie die PrEP - können eine sinnvolle Ergänzung sein“, kommentierte dagnä-Vorstand Axel Baumgarten. © hil/aerzteblatt.de

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