Medizin

Brustkrebs: Bluttest zeigt Resistenz auf Hormontherapie an

Freitag, 13. November 2015

London – Mutationen in Brustkrebszellen, die eine Resistenz auf die Hormontherapie verursachen, lassen sich mit einem neuen Gentest im Blut der Patientinnen nachweisen. Der Test, den britische Forscher in Science Translational Medicine (2015; doi: 313ra182) vorstellen, könnte vor Therapiebeginn anzeigen, ob eine Hormontherapie erfolgversprechend ist und unter der Therapie ihr Versagen frühzeitig erkennen.

Bei drei Viertel aller Brustkrebserkrankungen bilden die Krebszellen Rezeptoren für Östrogene. Das Hormon beschleunigt dann das Wachstum der Tumore. Eine Behandlung mit Aromatase-Inhibitoren, die die Synthese von Östrogenen blockieren, kann dies verhindern. Aromatase-Inhibitoren werden im Rahmen der adjuvanten Behandlung im Frühstadium und auch bei metastasierten Tumoren im Spätstadium der Brustkrebserkrankung eingesetzt.

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Ein Team um Nicholas Turner vom Institute of Cancer Research in London hat einen Gentest entwickelt, der die häufigsten Mutationen im Östrogenrezeptor erkennt. Da beim Absterben von Krebszellen deren DNA ins Blut gelangt, sind diese Mutationen auch im Blut nachweisbar. Dies könnte den Patientinnen eine Biopsie ersparen. Wegen der leichten Verfügbarkeit des Blutes sind serielle therapiebegleitende Tests möglich.

Die britischen Forscher konnten zeigen, dass die Ergebnisse der Blutuntersuchung in 97 Prozent mit den Ergebnissen einer histologischen Untersuchung der Biopsien überein­stimmte. Ein positiver Bluttest ging mit einem dreifach erhöhten Risiko auf eine Tumorprogression einher.

Wie erwartet bilden sich die Mutationen im Verlauf der Therapie heraus (oder die Therapie führte zu einer Selektion von Tumorzellen mit einer Mutation): Von den Patienten, die Aromatase-Inhibitoren im Rahmen einer adjuvanten Hormontherapie erhielten, hatten nur 6 Prozent der Patienten einen positiven Bluttest. Bei der Therapie des metastasierten Mammakarzinoms betrug der Anteil bereits 36 Prozent. Bei einer Patientin konnten die Forscher beobachten, wie es während einer Therapie mit Aromatase-Inhibitoren zur Entwicklung einer Mutation kam.

Die Untersuchung ist ein Beispiel für die Entwicklung von „flüssigen“ Biopsien, die in Zukunft die Individualisierung der Krebsbehandlung fördern könnten. Erst vor wenigen Tagen haben zwei andere Forscherteams vergleichbare Ergebnisse zur Behandlung des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms vorgestellt. © rme/aerzteblatt.de

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