Medizin

MRT prognostiziert Erwachen aus dem Koma

Dienstag, 17. November 2015

Toulouse – Mit Hilfe eines MRT könnten Ärzte künftig zuverlässigere Aussagen darüber machen, ob komatöse Patienten wieder erwachen. Dies legt eine in Neurology veröffent­lichte Studie am French National Research Institute INSERM nahe. Die Forscher um Stein Silva schließen dies aus ihrer Untersuchung mit 41 Patienten (http://dx.doi.org/10.1212/WNL.0000000000002196).

Ein komatöser Zustand ist die schwerste Form einer quantitativen Bewusstseinsstörung. Ausgelöst wird es durch Insulte des Gehirns wie Schlaganfälle, Traumata, Intoxikationen oder Sauerstoffmangel. Die Erholungswahrscheinlichkeit ist unter anderem von der Schwere der Schädigung, den Vorerkrankungen des Patienten und der Dauer des Komas abhängig. Einzelne Studien geben darauf Hinweise, dass die Aktivität bestimmter interneuronaler Vernetzungen das Bewusstsein prägt. Da diese durch MRT-Aufnahmen teilweise analysiert werden können, versuchten die Forscher mit Hilfe der Bilder, eine Aussage über die Prognose der Patienten zu treffen.

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Die Forscher nahmen 27 komatöse Patienten und 14 gesunde Kontrollen in ihre Studie auf. Die Patienten hatte eine schwere Hirnschädigung in Form eines Traumas (14) oder einer Hypoxämie (13) erlitten. Zwei bis sechs Tage nachdem sämtliche Sedativa abgesetzt wurden, ließen die Forscher MRT-Aufnahmen des Gehirns anfertigen und wiederholten die Untersuchung nach drei Monaten.

In ihrer Auswertung konzentrierten sich die Wissenschaftler auf die Konnektivität von Precunes und dem posterioren Anteil des cingulären Kortex. Diese Hirnareale sind hochinvolviert in Erinnerungs- und Bewusstseinsfunktionen.

Die Forscher stellten fest, dass im Vergleich mit den gesunden Kontrollen die Konnek­tivität des cingulären Kortex bei den komatösen Patienten deutlich gestört war. Nach der dreimonatigen Kontrolle hatten vier Patienten das Bewusstsein wiedererlangt. Es zeigte sich, dass die erwachten Patienten eine deutlich bessere Konnektivität des posterioren cingulären Kortex mit dem medialen Frontallappen zeigten, als die komatös Geblie­benen. In der statistischen Analysen waren die Konnektivität und die Erholungs­wahrscheinlichkeit der Patienten eng miteinander korreliert (Spearman-Test ρ = 0,93)

Die Forscher hoffen, dass sie künftig durch MRT-Analysen konkretere Aussagen über die Prognose von Patienten machen können. © hil/aerzteblatt.de

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