Medizin

IQWiG sieht Hinweis auf erheblichen Zusatznutzen von Nivolumab bei Lungenkarzinom

Dienstag, 17. November 2015

Köln – Patienten unter 75 Jahre mit Lungenkrebs aber gutem Allgemeinzustand können von einer Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Nivolumab profitieren. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht nach einer Studienrecherche einen erheblichen Zusatznutzen der Therapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie mit dem Wirkstoff Docetaxel.

Bei älteren Patienten mit gutem Allgemeinzustand sieht das Institut einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Für Patienten mit schlechterem Allgemeinzustand ist ein Zusatznutzen mangels Studiendaten nicht belegt.

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Das IQWiG hatte dem Wirkstoff im Oktober 2015 bereits einen Zusatznutzen für Patienten mit fortgeschrittenem Melanom attestiert.

Nivolumab ist seit Juni 2015 unter dem Handelsnamen Opdivo für Erwachsene mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs und seit Juli 2015 unter dem Handelsnamen Nivolumab BMS für Erwachsene mit metastasiertem, nicht kleinzelligem Lungenkarzinom mit plattenepithelialer Histologie zugelassen, die bereits eine Chemotherapie erhalten haben.

Laut dem IQWiG sind die Studienergebnisse für den Endpunkt Gesamtüberleben altersabhängig. Unter 75-jährige Patienten hatten einen statistisch signifikanten Vorteil von Nivolumab. Sie überlebten im Median 9,5 Monate und damit 3,5 Monate länger als im Docetaxel-Arm der Studie. Bei älteren Patienten gibt es für diesen Endpunkt keinen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Nivolumab.

Für die Endpunktkategorien Symptomatik und Gesundheitszustand und gesundheits­bezogene Lebensqualität lagen dem IQWiG keine geeigneten Daten vor, ein Zusatznutzen ist hier somit nicht belegt. © hil/aerzteblatt.de

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