Medizin

Botolinumtoxin hält Symptome bei interstitieller Zystitis in Schach

Mittwoch, 18. November 2015

Tokyo – Patienten mit interstitieller Zystitis profitieren bei Versagen konventioneller Methoden von Injektionen mit Botolinumtoxin. Dies geht aus einer klinischen Studie der urologischen Klinik an der Universitätsklinik Tokyo hervor. Die Studie ist im International Journal of Urology erschienen (doi/10.1111/iju.12833).

Bei der interstitiellen Zystitis handelt es sich um eine wenig umfänglich erforschte abakterielle Entzündung der Harnblase, welche vor allem irritative Miktionsbeschwerden wie imperativen Harndrang oder chronische Unterleibschmerzen verursachen kann.

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Für ihre aktuelle Studie randomisierten die Arbeitsgruppe von Yukio Honma 34 Patienten mit interstitieller Zystitis, bei denen zuvor mindestens eine Therapie erfolglos geblieben war. Während 18 Patienten (Gruppe A) umgehend nach Randomisierung Botolinumtoxin (Typ A) in den Detrusor injiziert wurde, unterzogen sich Probanden der Gruppe B erst einen Monat nach Zuteilung diesem Eingriff. Das Ansprechen auf die Therapie wurde neben Symptomenscores anhand von Miktionsprotokollen erfasst.

Es zeigte sich, dass Probanden der Gruppe A sehr viel besser auf die Therapie ansprachen als Probanden der Gruppe B (72,2 Prozent versus 25 Prozent). In allen Erhebungen wiesen Probanden der Gruppe A deutlich bessere Werte auf. Die Zusammenfassung aller Probanden zu einer Gesamtkohorte zeigte im Verlauf von einem Monat ein Ansprechen von 73,5 Prozent, nach drei Monaten von 58,8 Prozent, nach sechs Monaten von 38,2 Prozent und 20,6 Prozent nach einem Jahr. Die mittlere Ansprechdauer der Therapie betrug 5,4 Monate. Hatten sich Patienten zuvor einer Hydrodistension unterzogen, zeigte sich ein zusätzlich verbessertes Ansprechen.

Demnach unterstreichen die Wissenschaftler um Homna die Bedeutung von Botolinumtoxininjektionen bei Patienten mit therapierefraktärer interstitieller Zystitis.  © nt/aerzteblatt.de

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