Medizin

USA: Naloxon als Nasenspray zugelassen

Freitag, 20. November 2015

Silver Spring - Angesichts einer steigenden Zahl von Opiat-Überdosierungen, häufig durch den illegalen Konsum von Schmerzmitteln, hat die US-Arzneibehörde FDA im Schnellverfahren das Naloxon-Nasenspray eines irischen Herstellers zugelassen. Mit der Clinton Health Matters Initiative wurde ein sozialverträglicher „Public Interest Price“ ausgehandelt.

In den Vereinigten Staaten sterben jährlich etwa 25.000 Menschen an einer Opiat-Überdosierung. Bei den wenigsten handelt es sich um Heroinabhängige „Junkies“. Der Missbrauch von verschreibungspflichtigen Opiaten hat in den letzten Jahren die „Mitte“ der Gesellschaft erreicht. Die Opfer werden zuhause oder in Schule und Universität aufgefunden.

Anzeige

Zur akuten Behandlung einer Opiatüberdosierung gibt es seit mehr als 40 Jahren ein probates und schnell wirkendes Mittel. Der Opioid-Antagonist Naloxon muss bisher allerdings injiziert werden, entweder langsam intravenös oder auch intramuskulär. Das ist allerdings vielen Ersthelfern von Feuerwehr und Polizei oder auch den Eltern oder den Angestellten von Schulen und Universitäten nicht zuzumuten.

Der irische Hersteller Adapt Pharma mit Sitz in Dublin hat deshalb ein Spray zur intranasalen Anwendung entwickelt. Die FDA hat das Produkt nach einer Prüfungszeit von weniger als vier Monaten zugelassen und damit legalisiert, was bei vielen Erst­helfern offenbar bereits gängige Praxis war. Diese hatten den Inhalt der Ampullen den Patienten über einen Verdampfer zugeführt oder einfach in die Nasenöffnung gekippt.  

Das neue Produkt, das Anfang nächsten Jahres als Narcan auf den Markt kommen soll, wird die Anwendung von Naloxon vereinfachen und, wie die Leiterin des National Institute on Drug Abuse Nora Volkow meinte, die Zahl der Opiat-Todesfälle senken. Das staatliche Institut hatte die Einführung unterstützt und teilweise die notwendigen Studien zur Pharmakokinetik bei intranasaler Anwendung durchgeführt. Ob der irische Hersteller das Präparat auch in Europa einführen will, wird nicht verraten. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Nachrichten zum Thema

23.08.16
New Brunswick – Wenn nach einem peripheren Trauma frühzeitig im Gehirn die Bildung von Mikroglia unterbunden wird, könnte dies die Entwicklung chronischer Schmerzen verhindern oder dämpfen. Long-Jun......
18.08.16
Paracetamol: Studie sieht kein Risiko einer Asthma-Exazerbation bei Kindern
Boston – Eine durch frühere Studienergebnisse genährte Befürchtung, dass die Einnahme von Paracetamol bei Kleinkindern Asthmasymptome verstärken und die Lungenfunktion langfristig verschlechtern kann,......
18.08.16
San Francisco – Kann die schmerzlindernde Wirkung von Opiaten von den Nebenwirkungen wie Atemdepression und Obstipation und der Suchterzeugung getrennt werden? Einem US-Forscherteam ist dies (mit......
16.08.16
Paracetamol in der Schwangerschaft: Studien sehen nachteilige Folgen für die Kinder
Bristol – Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen hatten, zeigten in einer prospektiven Beobachtungsstudie in JAMA Pediatrics (2016; doi:10.1001/jamapediatrics.2016.1775)......
04.08.16
Opioide: Abhängigkeitsrisiko bei erstmaliger Verschreibung
Portland – Verlangen Patienten eine höhere Dosierung oder einen sofortigen Nachschub einer Opiodtherapie, sollte jeder Arzt hellhörig werden. Vor allem bei Patienten, die zum ersten Mal Opiode zur......
04.08.16
Ann Arbor – Patienten, die wegen einer Abhängigkeit keine starken Schmerzmittel einnehmen können, profitieren von Verhaltenstherapien und einem speziellen Stressmanagement ihrer Schmerzen. Dies zeigt......
12.07.16
Chronischer Opioid-Gebrauch: Diese Operationen erhöhen das Risiko
Stanford – Nach einer Operation verlangen Patienten häufiger auch noch Monate später nach Schmerzmitteln – das zumindest lassen Studien aus den letzten vier Jahren vermuten. Gleichzeitig stieg der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige