Ärzteschaft

Angst und Depression können Herzinfarktrisiko erhöhen

Montag, 23. November 2015

Berlin – Der Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Deutschlands (BPM) befasste sich bei seiner Jahrestagung auch mit neuesten Ergebnissen aus der Psychokardiologie. „Aktuelle Metaanalysen belegen, dass Depression und Angst unabhängige Risikofaktoren für die Entstehung der Koronaren Herzkrankheit und letztendlich eines Herzinfarktes sind“, erklärte Cora S. Weber, Chefärztin der Park-Klinik Sophie Charlotte, Fachbereich Psychosomatik. „Aber auch die Prognose einer bereits bestehenden Koronaren Herzkrankheit wird sowohl durch eine Depression als auch durch eine Angsterkrankung signifikant verschlechtert. Je ausgeprägter die Symptome, desto höher das Risiko“.

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Neben den bekannten Risikofaktoren wie Nikotinkonsum, Übergewicht, Fettstoffwechsel­störungen, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und fett- und zuckerreiche Ernährung sei auch psychosozialer Stress risikoerhöhend für eine koronare Herzkrankheit, betonte Weber. Bei Männern sei dies eher der berufliche Stress und bei Frauen der familiäre beziehungsweise partnerschaftliche Stress.

„Haus- und Fachärzte und insbesondere Kardiologen sollten hierfür sensibilisiert sein und Screening-Tests auf Depressionen, Stress und Angststörungen bei kardiologischen Patienten durchführen“, sagte Irmgard Pfaffinger, stellvertretende Vorsitzende des BPM. Auch psychosomatische Therapieangeboten müssten bei kardiovaskulären Risikopatienten vermehrt angeboten werden.

Die Psychosomatische Medizin befasst sich mit den Wechselwirkungen von seelischen, körperlichen und sozialen Faktoren. Die Psychokardiologie als Spezialdisziplin untersucht die Wechselwirkungen von Herz, Psyche und Stress. © EB/aerzteblatt.de

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Herz1952
am Freitag, 27. November 2015, 12:03

Was wird in der Anamnes des Infarktes abgefragt?

Ich kenne nur diese Fragen: 1. Haben Sie geraucht?. 2. Haben Sie erhöhtes Cholesterin?. 3. Haben Sie hohen Blutdruck? 3. Sie sind zu dick.

Nach dem Kaminrauch durch Holzfeuerung meiner Nachbarn wurde ich noch nie gefragt. Selbst wenn der Blutdruck durch eine Stress-Zeit vorübergehend zu hoch war, oder der Cholesterinwert im Normbereich früherer Jahre war, wird nicht danach gefragt. Man hat eben zu hohe Werte. Basta. Man hat sich eben falsch ernährt, obwohl 82-Jährige, übergewichtige, mit zu viel Cholesterin im Blut noch saubere Gefäße (Herz) haben können sie ein "junges Mädchen".

Wenn ich einem neuen Arzt erklären muss, weshalb ich bestimmte Medikamente brauche heißt es: "Da müssen Sie aber nicht schlecht geraucht haben", obwohl ich noch keine einzige Zigarette geraucht habe - außer vor 40 Jahren als Passivraucher.

Mein Schwager ging kürzlich mit einer Überweisung seines Hausarztes zum Lungenfacharzt. Nur aufgrund des Überweisungsscheines (Verdacht auf...)hat er ihm im Befehlston der Überzeugung gesagt, dass er doch endlich aufhören solle zu rauchen. Er war ebenfalls leidenschaftlicher Nichtraucher.

@Widerstand
Was Ihre persönliches Schicksal betrifft, kann ich Ihnen nur raten, dass Sie sich nicht allzu viel Gedanken über Ihren "Infarkt" machen sollten. Wenn kein Herzmuskelgewebe geschädigt ist (oder nur ganz gering), dann wäre das nicht weiter besorgniserregend. Ich selbst habe nicht einmal mehr die halbe Herzleistung und nur noch das halbe "Herzgewicht". Außerdem haben Sie noch optimale Laborwerte.

Nur, das mit den "Gedanken und Ängsten", das kann sogar genetisch veranlagt sein, bzw. wurde durch Ihre Erfahrungen ausgelöst.

Notfalls läßt sich das mit entsprechenden Medikamenten behandeln. Im Moment probiere ich das selbst wieder aus, weil diese Sorte von Medikamenten eine Q-T-Zeit Verlängerung hervorrufen können. Es gibt aber unterschiedliche Gruppen. Diese Medikamente werden über die Leber abgebaut. Ich probiere jetzt eines aus. Viel Auswahl habe ich nicht, da meine anderen Organe schon einiges abbekommen haben. Meine Leberenzyme sollen aber zur Zeit noch optimal sein. Aber es ist besser für das Herz, wenn man sich nicht so viel aufregt (aufregen lässt).

Noch vor einigen Jahren war ich bei einem Vortrag, bei dem gefragt wurde, ob man durch Stress einen Infarkt bekommen kann, dies wurde sogar vom Chefarzt einer Uni-Klinik verneint. Gut, er meinte den akuten Stress. Außer z. B. bei einer (Natur)Katastrophe.

Mein Hausarzt dagegen hat gesagt: "Bei Ihrem Stress den Sie schon hatten". Vorher hatte ich ihm gesagt: "Das kommt bestimmt davon, dass ich Kettenraucher war" (smile).
Widerstand
am Mittwoch, 25. November 2015, 18:41

Denn sie wissen nicht...

Haus- und Fachärzte und insbesondere Kardiologen sollten hierfür sensibilisiert sein...
Ich bin immer wieder überrascht, wie klug die Leute daherreden können. Leider war´s das dann aber auch.
Ich hatte 2013 einen Infarkt, danach Panikattacken vom Feinsten inklusive mehrfache Khs-aufenthalte in einem Jahr. Bis heute hat weder mein Haus- noch der Facharzt (Kardiologe) mich bezüglich der genannten Symptomatik/Krankeitsbilder untersucht, obwohl ich es angesprochen habe.
Ich behandle mich seit 1,5 Jahren selbst und habe perfekte Laborwerte und auch der Kardiologe ist mit meinem Herzen zufrieden. Dumm nur,dasss ich weiterhin Angsstörunge mit entsprechenden Herzsymptomen habe.
Was mich angeht: 99% Quaksalber.
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