Politik

Aids bleibt zweithäufigste Todesursache unter Jugendlichen

Montag, 30. November 2015

Hannover – Trotz der Erfolge im Kampf gegen Aids bleibt die Immunschwächekrankheit die weltweit zweithäufigste Todesursache unter Teenagern. In Afrika sei Aids sogar die häufigste Todesursache in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen, berichtete die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung am Montag anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember. Präventionsprogramme und Verhütungsangebote müssten deshalb ausgeweitet werden und sich gezielt an Jugendliche richten. Die Bundesregierung appellierte, HIV-Infizierte nicht zu diskriminieren.

Insgesamt ging die Zahl der HIV-Neuinfektionen - also bezogen auf alle Altersgruppen - weltweit von der Jahrtausendwende bis 2014 um 35 Prozent auf zwei Millionen zurück. Im vergangenen Jahr starben laut Stiftung 1,2 Millionen Menschen an Aids, 800.000 weniger als 2004. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Erst am vergangenen Freitag hatte das UN-Kinderhilfswerk Unicef mitgeteilt, dass sich pro Stunde 26 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren weltweit mit dem Aids-Erreger anstecken.

Anzeige

Die Bundesregierung rief zum Welt-Aids-Tag an diesem Dienstag zu mehr Akzeptanz von HIV-positiven Menschen aufgerufen. Die meisten Menschen wüssten, wie sie sich vor einer Infektion mit dem Aids-Erreger HIV schützen könnten, sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am Montag in Berlin bei der Vorstellung der Kampagne „Positiv zusammen leben“. Bekannt sei auch, dass es im täglichen Miteinander keine Ansteckungsrisiken gebe. Aber nicht immer vertrauten die Menschen auf dieses Wissen.

Die Kampagne, die zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen Aids-Hilfe und der Deutschen Aids-Stiftung initiiert wurde, wolle Vorurteile und Ängste abbauen. In den vergangenen drei Jahrzehnten seien wichtige Fortschritte erzielt worden. Deutschland gehöre zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa, sagte Gröhe.

2014 lebten laut Gesundheitsministerium weltweit fast 37 Millionen Menschen mit HIV. Gut zwei Millionen neu Infizierte kamen 2014 hinzu, etwa 220 000 von ihnen waren Kinder. Gegenüber dem Jahr 2000 ist die Zahl der Neuansteckungen damit um 35 Prozent gesunken.  Der Welt-Aids-Tag findet jährlich am 1. Dezember statt. Er wurde erstmals 1988 von der Weltgesundheitsorganisation ausgerufen. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

11.01.17
Boston – Junge Frauen aus einer Hochendemieregion in Südafrika hatten in einer prospektiven Kohortenstudie ein vierfach erhöhtes Risiko auf eine HIV-Infektion, wenn ihre Vaginalflora keine......
05.01.17
HIV: Früher Therapiebeginn verhindert schwere bakterielle Infektionen
London – Eine frühzeitig antiretrovirale Therapie schützt HIV-Infizierte nicht nur vor den klassischen opportunistischen Infektionen der erworbenen Immunschwäche Aids. In einer maßgeblichen......
05.12.16
HIV: Kassen gegen Finanzierung von Propylaxe-Medikament
Berlin – Das Medikament Truvada, das derzeit zur Behandlung von HIV eingesetzt wird, ist seit Mitte des Jahres auch als Prophylaxe zugelassen. Das Präparat soll das Risiko senken, sich mit HIV zu......
02.12.16
Berlin – Sollte die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) künftig – wie bei Impfungen – auch für die medikamentösen Prophylaxen aufkommen? Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sieht sich derzeit für......
01.12.16
Weltaidstag: WHO ruft zu (in Deutschland nicht erlaubten) Selbsttests auf
Genf – Fast die Hälfte aller HIV-Infizierten weltweit wissen nicht, dass sie sich mit dem humanen Immundefizienz-Virus angesteckt haben, in Europa ist es noch jeder siebte. Da die Kenntnis der......
01.12.16
New York – Die Zahl der jährlich neuen HIV-Infektionen unter Jugendlichen könnte nach Schätzungen der Vereinten Nationen im Jahr 2030 bis zu 400.000 betragen. Das geht aus einem heute veröffentlichten......
30.11.16
Ärzte rufen zu Anstrengungen bei HIV-Prävention auf
Berlin – Die erfolgreiche Präventionsarbeit gegen die Ausbreitung von HIV in Deutschland muss weitergehen. Dazu hat die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer (BÄK), Martina Wenker, aufgerufen. „Aids......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige