Politik

Drohender Versorgungs­engpass in der Substitutions­therapie

Dienstag, 1. Dezember 2015

Stuttgart/Berlin – Baden-Württemberg wird in der nächsten Sitzung des Bundesrats einen Entschließungsantrag einbringen, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, die Vorgaben für die Substitutionsbehandlung zu vereinfachen und dadurch wieder mehr Ärzte für diese Arbeit zu gewinnen. „Die Substitution ist in den letzten 20 Jahren zu einem wichtigen und anerkannten Baustein der Suchtbehandlung geworden. Leider sind immer weniger junge Ärzte bereit, sich in der Substitutionstherapie zu engagieren. Das liegt vor allem an der Überregulierung“, sagte Baden-Württembergs Gesundheits­ministerin Katrin Altpeter (SPD).

Vor allem in ländlichen Gebieten werde es immer schwieriger, Nachfolger für aus Altersgründen ausscheidende substituierende Ärzte zu finden, so die Ministerin. „Wenn Gesundheitsminister Gröhe nicht endlich handelt, gibt es bald nicht mehr genug Ärzte, um die bestehenden Substitutionsangebote aufrechterhalten zu können“, warnte Altpeter.

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„Wir brauchen mehr substituierende Ärzte. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der substituierten Patienten von durchschnittlich 20,2 je Arzt (2003) auf 27,6 (2012) gestiegen“, schrieben Autoren um Christoph von Ascheraden bereits 2013 im Deutschen Ärzteblatt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen erschwerten eine Therapie, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspreche. Die Altersstatistik der circa 2.700 substituierenden Ärzte in Deutschland zeige, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren ein Großteil der jetzt Tätigen in den Ruhestand gehen wird, warnen die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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Practicus
am Mittwoch, 2. Dezember 2015, 20:02

Solange in Deutschland

Ärzte für eine nach den international anerkannten Standards durchgeführte Behandlung bei geringsten Verstößen gegen absurde Vorschriften wie Dealer verurteilt und ihrer Existenz beraubt werden können, wird sich auch niemand finden, der diese wichtige Tätigkeit noch ausübt. Auch nicht als Arzt in einer öffentlichen Einrichtung! Denn ein Amt schützt nicht vor willkürlicher Strafverfolgung...
Wenn Orthopäden 30-Jährige mit Fentanylpflastern opioidabhängig machen und andere Kollegen für 10€ cash beliebige Mengen BZD auf Privatrezept verticken, passiert nichts! Aber wenn ein Abhängiger unter Substitution an einer Überdosis leichtfertig verordneter BZD verstirbt, geht der substituierende Kollege in den Knast!
drmcschmidt
am Mittwoch, 2. Dezember 2015, 06:45

Genau so ist es.

Genau so ist es. Habe gerade den letzten Patienten an die Drogenambulanz der Kreisstadt abgegeben, weil die Vorgaben und Auflagen sowie die mögliche Strafbarkeit, die immer mitschwingt, wenn man irgendeine Formalität vergisst, es unmöglich machen.
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