Politik

Krankenkassen profitieren von weiter steigenden Beitragseinnahmen

Freitag, 4. Dezember 2015

Berlin – Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland verfügt weiterhin über ein solides finanzielles Polster. Ihre Finanzsituation hat sich im dritten Quartal gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 sogar leicht verbessert. Das teilte heute das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit.

Danach erzielten die Kassen in den Monaten Juli bis September einen Überschuss von 96 Millionen Euro. Sie verfügen im Augenblick über Finanzreserven von rund 15,3 Milliarden Euro. Einnahmen in Höhe von rund 159,06 Milliarden Euro standen nach den vorläufigen Finanzergebnissen des ersten bis dritten Quartals 2015 Ausgaben von rund 159,45 Milliarden Euro gegenüber. Die Differenz von rund 395 Millionen Euro erklärt sich laut dem BMG daraus, dass etliche Krankenkassen ihre Versicherten durch einen niedrigeren Zusatzbeitrag von durchschnittlich 0,83 Prozent statt dem bisherigen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent an ihren Finanzreserven beteiligt hätten. Ohne die damit verbundenen Mindereinnahmen ergäbe sich für die 123 gesetzlichen Krankenkassen in den Monaten Januar bis September sogar ein Überschuss von rund 0,2 Milliarden Euro.

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Der Gesundheitsfonds verbuchte dagegen im ersten bis dritten Quartal 2015 ein Minus von rund 4,95 Milliarden Euro. Im vierten Quartal fließen ihm allerdings Sonder­zahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeldzahlungen zu. Auch die Rentenstei­gerungen, die zum 1. Juli erfolgten, führten laut dem BMG ab Jahresmitte zu höheren Beitragseinnahmen.

„Bei einer nach wie vor günstigen Entwicklung der Beitrags­einnahmen profitiert die gesetzliche Krankenversicherung auch weiterhin von der positiven Lohn- und Beschäftigungsentwicklung“, hieß es aus dem BMG. Nach der Berechnung des Schätzerkreises sei davon auszugehen, dass die Liquiditätsreserve des Gesund­heitsfonds zum Jahresende 2015 bei rund zehn Milliarden Euro liegen werde.

Die Leistungsausgaben stiegen um 3,8 Prozent je Versicherten. Diese Zuwächse verteilen sich auf verschiedene Leistungsbereiche: einem Plus von 4,4 Prozent je Versichertem bei den Arzneimittelausgaben, von rund vier Prozent in der vertrags­ärztlichen Versorgung und von 3,1 Prozent für Krankenhausbehandlungen. Bei den Ausgaben für Präventionsleistungen verzeichneten die Krankenkassen im ersten bis dritten Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Zuwachs von 6,1 Prozent je Versicherten. Beim Krankengeld lag der Zuwachs bei fünf Prozent. Die Netto-Verwal­tungskosten der Krankenkassen sind um 2,1 Prozent je Versicherten gestiegen.

„Die Entwicklung des 1. bis 3. Quartals 2015 bietet auf Basis der bei den Krankenkassen und dem Gesundheitsfonds vorhandenen Finanzreserven eine solide Ausgangsbasis für die Finanzentwicklung der GKV in 2015 und in den Folgejahren“, zog das BMG ein Fazit.

Das Ministerium rechnet aber damit, dass die Kassen im kommenden Jahr ihren Zusatzbeitragssatz um durchschnittlich rund 0,2 Prozent erhöhen werden, um die laufenden Ausgaben zu decken.

© hil/aerzteblatt.de

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Rhodesiana
am Montag, 7. Dezember 2015, 07:15

Merkwürdiges Gezähle

Vor 1-2 Jahren waren noch 27 Milliarden im Gesundheitsfond. dann waren es mal ein paar Milliarden weniger. Jetzt ein Minus. Auch die Ausgaben für den eigenen Apparat der Kassen, Gesundheitskarte usw. sollten publiziert werden. Ein bischen mehr kritische Distanz hätte ich mir bei der Berichtserstattung durchs ÄB gewünscht.
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