Politik

Ersatzkassen fordern Finanzreformen

Dienstag, 8. Dezember 2015

Berlin – Der Vorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) hat die Bundes­regierung dazu aufgefordert, Korrekturen bei den Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorzunehmen. Es komme darauf an, dass „gut gemeinte Reformmaßnahmen nicht ins Leere laufen oder unnötige (Bürokratie)-Kosten produzieren“, sagte Christian Zahn auf der vdek-Mitgliederversammlung.

Seiner Ansicht nach geraten die Finanzen in der GKV auch bedingt durch die kostspieligen Gesundheitsreformen zunehmend unter Druck. Weil der Arbeitgeber­beitrag eingefroren sei, müssten die Versicherten diese Kosten über die Zusatz­beitragssätze alleine schultern.

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Kasen fordern vollständige Beitragsautonomie
Nach Schätzungen des vdek wird der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der GKV von 2016 bis 2020 voraussichtlich jedes Jahr um mindestens 0,2 Beitragssatzpunkte steigen. „Wir wünschen uns daher eine Abschaffung der Zusatzbeitragssätze und damit eine Rückkehr zur vollständigen Beitragssatzautonomie der Krankenkassen mit gemeinsamer Verantwortung für die Beitragslast durch Arbeitgeber und Versicherte“, so Zahn.

Um die Belastungen der Versicherten kurzfristig abzufedern, schlägt der vdek zudem vor, die Liquiditätsreserve im Gesundheitsfonds auf 35 Prozent einer Monatsausgabe abzuschmelzen und den Krankenkassen zur Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung zu stellen. Ab 2017 würde die Liquiditätsreserve damit von rund 9,5 Milliarden auf etwa 6,7 Milliarden Euro abschmelzen.

Unnötiges Kassenhopping befürchtet
Auch das Thema Morbi-RSA muss nach Ansicht des vdek noch auf die politische Agenda, um Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Krankenkassen zu vermeiden. So bekämen einige Krankenkassen ihre Kosten nicht ausgeglichen, andere wiederum erhielten Zuweisungen aus dem RSA, die ihre Ausgaben deutlich überdecken. Hier seien die Ersatzkassen strukturell benachteiligt, sagte Zahn. 

„Wir werden eine zunehmende Spreizung der Beitragssätze erleben, die nichts aussagt über das wirtschaftliche Handeln einer Krankenkasse und unnötiges Kassenhopping verursacht“, verwies der Verbandschef.  © hil/aerzteblatt.de

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