Medizin

„Schwamm-Spritze“ stoppt Blutungen in Sekundenschnelle

Dienstag, 8. Dezember 2015

Silver Spring – Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA hat einen neuartigen Wundverband zur Blutstillung für die zivile Nutzung freigegeben. Die US-Armee setzt ihn bereits seit anderthalb Jahren ein. Die drei Applikatoren, die eine Firma in Oregon herstellt, haben grob betrachtet die Form einer Spritze. Sie ist gefüllt mit 92 miniaturi­sierten Schwämmen aus komprimierter Zellulose und einer Beschichtung, die die Absorption von Flüssigkeit fördert. Die einzelnen Schwämme haben die Form von Tabletten mit jeweils 9,8 mm Durchmesser und 4 bis 5 mm Höhe. Jeder Schwamm kann laut Hersteller 3 Milliliter Flüssigkeit absorbieren.

Die Schwämme können mit dem Applikator in blutende Wundhöhlen „injiziert“ werden, wo sie sich innerhalb von 20 Sekunden mit Blut oder anderen Sekreten vollsaugen. Dadurch entsteht ein Kompressionsverband, der die Blutung zum Stillstand bringen kann. Die Schwämme werden nicht vom Körper resorbiert und müssen später vor dem endgültigen chirurgischen Wundschluss entfernt werden.

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Eine röntgendichte Markierung auf den Schwämmen soll verhindern, dass einzelne Tabletten übersehen werden und im Körper zurückbleiben. Die FDA erwähnt keine Studien. Offensichtlich haben sich die Applikatoren jedoch im Kriegseinsatz bewährt, wo etwa die Hälfte aller Todesfälle auf starke Blutungen zurückzuführen sind.

© rme/aerzteblatt.de

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