Politik

Zigarettenpackungen künftig mit abschreckenden Bildern

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Berlin – Zigarettenpackungen sollen auch in Deutschland künftig mit abschreckenden Bildern versehen werden. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf, mit dem der Kampf gegen das Rauchen weiter verschärft werden soll. Die in anderen Ländern bereits üblichen Schockbilder etwa von einem verfaulten Fuß oder einer schwarzen Raucherlunge sollen mehr Menschen vom Rauchen abhalten.

Außerdem müssen dem Entwurf zufolge 65 Prozent der Vorder- und Rückseite der Packungen von Warnhinweisen wie "Rauchen tötet" bedeckt sein. Das gleiche gilt für Zigaretten-Feinschnitt und Wasserpfeifen-Tabak, der vor allem bei Jugendlichen beliebt ist. Solche Warnhinweise gibt es bereits heute, sie sind aber wesentlich kleiner.

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Mit der von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) erarbeiteten Gesetzesregelung setzt die Bundesregierung eine entsprechende EU-Richtlinie um. Verboten werden demnach auch Zigaretten und Tabak zum Selbstdrehen, wenn sie ein „charakteristisches Aroma" wie etwa Früchte, Gewürze, Kräuter, Süßigkeiten, Menthol oder Vanille haben. Das Verbot gilt auch, wenn der Filter, das Papier oder Kapseln Tabak oder Nikotin enthalten.

Erstmals wird außerdem der Handel mit nikotinhaltigen elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehältern geregelt. Für sie gelten dann weitgehend die gleichen Werbebe­schränkungen, wie sie für andere Tabakerzeugnisse bereits bestehen. Bislang gab es für E-Zigaretten und E-Shishas, bei denen eine nikotinhaltige oder nikotinfreie Flüssigkeit verdampft und vom Konsumenten inhaliert wird, keine spezifischen Regelungen.

erboten ist Tabakwerbung in der Presse und in anderen gedruckten Veröffentlichungen sowie im Internet, im Hörfunk und Fernsehen. Tabakunternehmen dürfen außerdem keine Hörfunkprogramme, Veranstaltungen oder Aktivitäten sponsern, die grenz­überschreitende Wirkung haben. Das Verbot betrifft auch audiovisuelle Mediendienste und Sendungen, die vom Fernsehen ausgestrahlt werden.

Ein weitergehendes, umfassendes Werbeverbot, für das sich Schmidt und auch die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) einsetzen, war zunächst kein Thema im Kabinett, wie ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums sagte. Dazu laufe noch die Ressortabstimmung. Bereits heute gebe es aber weitgehend keine Werbung mehr auf Außenflächen und auch nicht mehr im Kino bei Filmen, die ab 18 Jahren empfohlen sind.

Unter jungen Erwachsenen und Minderjährigen ist die Raucherquote in den vergan­­genen Jahren indes gesunken. Von den Elf- bis 17-jährigen rauchen insgesamt nur noch zwölf Prozent. Vor kurzem hatte das Bundeskabinett ein Verkaufsverbot von E-Zigaretten und E-Shishas an Kinder und Jugendliche beschlossen. © afp/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 17. Dezember 2015, 21:26

Spontan fiel mir ein ...

als Schockfoto und größeren Warnhinweis auf Zigarettenschachteln könnte man ja auch Bilder vom unfertigen BER-Flughafen Berlin-Brandenburg nehmen.
Aber dann wurde mir klar, dass derartig krass gescheiterte Großprojekte ja ausgerechnet von den Steuereinnahmen auf Tabak und Zigaretten mit finanziert werden.

Doch Gruselbilder mit krebsbefallenen Lungen, faulenden Raucherbeinen oder geschwärzten Zahnstümpfen auf den Zigaretten-Packungen, welche die Lust am Glimmstängel dämpfen sollen, sind ebenfalls schräg: Denn sie dokumentieren, dass der Staat, nachdem er kräftig Tabak- und Mehrwertsteuern abkassiert hat, die Folgekosten komplett der Gemeinschaft der GKV- und PKV-Krankenversicherten überlässt.

Und wann kommen endlich Bilder von Leberzirrhose und Ösophagusvarizen auf Schnapsflaschen?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
j.g.
am Mittwoch, 16. Dezember 2015, 19:48

bilder

wann werden abschreckende Bilder auf Alkoholikaflaschen, z.B. eine alkoholische Embryopathie aufgebracht?
5.000 News Politik

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