Ärzteschaft

Honorarumsätze der niedergelassenen Ärzte leicht gestiegen

Freitag, 18. Dezember 2015

Berlin – Die Honorarumsätze der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind leicht gestiegen. Sie erhöhten sich im ersten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahres­quartal um 2.018 Euro auf 54.081 Euro – über alle Fachgruppen gemittelt. Der Umsatz je Behandlungsfall stieg um 2,33 Euro auf 62,07 Euro. Dies entspricht jeweils einem Zuwachs von 3,9 Prozent. Das geht aus dem neuen Honorarbericht der Kassenärzt­lichen Bundesvereinigung (KBV) hervor, der das erste Quartal 2014 beleuchtet.

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Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen kritisierte, durch die steigenden Betriebskosten sei das Einkommen vieler Ärzte trotz Umsatzsteigerung gesunken. Er wies darauf hin, dass die rund 165.000 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten nach wie vor für etwa jede zehnte Leistung keine Vergütung erhielten.  

Die KBV betont zudem, dass der Umsatz nicht mit dem Nettoeinkommen gleichzusetzen sei. Dieses betrage durchschnittlich nur 23,5 Prozent des Honorarumsatzes.

Dem Bericht zufolge stiegen die Honorarumsätze im fachärztlichen Versorgungsbereich im Durchschnitt je Arzt um 5,0 Prozent und je Behandlungsfall um 1,7 Prozent. Die Hausärzte verbuchten im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Plus von 2,2 Prozent je Arzt. Die Vergütung je Behandlungsfall erhöhte sich um 7,2 Prozent. Die ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten verzeichneten ein Plus von 6,3 Prozent beziehungsweise 4,4 Prozent je Behandlungsfall.

Auch auf der Ebene der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) dokumentiert der Bericht ein Plus: So wuchs sie Gesamtvergütung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent – das sind insgesamt 387,7 Millionen Euro. Ein Grund ist, dass die extrabudgetäre Gesamtvergütung eine Steigerungsrate von 11,3 Prozent aufweist. Damit hat der Anteil der extrabudgetären Gelder an der Gesamtvergütung zuge­nommen. Er stieg im Bundesdurchschnitt von 30,8 auf 32,7 Prozent.

Neue Untersuchungs- und Behandlungsverfahren, für welche die gesetzlichen Kranken­kassen zusätzliches Geld außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bereitgestellt haben, machten laut dem Bericht Ende 2013 insgesamt einen Anteil von 0,16 Prozent am Leistungsbedarf der Versicherten aus.

„Trotz des relativ geringen Anteils tragen neue Untersuchungs- und Behandlungs­verfahren erheblich zur Verbesserung der Patientenversorgung bei“, betonte Gassen. Dass neue Leistungen extrabudgetär und damit zu festen Preisen vergütet würden sei zudem „ein Schritt in die richtige Richtung“, so der KBV-Vorstandsvorsitzende. © hil/aerzteblatt.de

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Claas Hüttenrauch
am Samstag, 19. Dezember 2015, 21:33

Honorarpolitische Propaganda des Standesblatt!

Das ist dasselbe Spiel wie bei jeder Veröffentlichung der KBV. Irgendwo in dem Bericht wird auf eine mögliche Aufteilung der Kosten eingegangen. Als EINE Möglichkeit nimmt man eine Kostenaufteilung im Verhältnis der Umsätze vor.
Am Ende der dritten Vorlesungswoche hat jeder Erstsemester in Wirtschaftswissenschaften verstanden, dass die von der KBV vorgenommene Aufteilung der Kosten "suboptimal" ist, um das sehr höflich zu formulieren. Würde ein Betriebswirt so im Unternehmen kalkulieren, würde er am ersten Arbeitstag gefeuert werden.
Alles bekannt, aber es interessiert niemanden so sehr, dass man die völlig abstruse Kostenaufteilung der KBV irgendwo zum Thema macht.
Für all diejenigen, die es noch nicht verstanden haben sollten.
Würde man die Kosten "mit Hirn und Verstand" aufteilen, würde der Überschuss aus vertragsärztlicher Tätigkeit deutlich sinken.
Würde man gar die Fachgruppen differenziert betrachten, also bei Gyn bspw. in rein konservative Gyn, in ambulant-operative Gyn, in Gyn mit Belegbetten und in Kinderwunsch-Gyn differenzieren, wäre das Ergebnis auch nicht von schlechten Eltern.
Man könnte auch "einfach" mal die Daten der KVB nehmen. Da hat man nämlich die Einnahmenseite schon mal sehr differenziert (für einige Berufsgruppen) dargestellt.
Addierte man die verschiedenen Effekte zusammen, stellte man genau das fest, was Volkswirt Müller schon 2013 in einem offenen Brief an den KBV-Vorstand geschrieben hat.
Nun gibt es wohl ein Gutachten von Neubauer. Ohne es zu kennen, es dürfte vermutlich das bestätigen, was Volkswirt Müller 2013 an den KBV-Vorstand schrieb.
Was sind das für ärztliche Interessenvertreter, die ein Gutachten mit diesen Inhalten nicht veröffentlichen wollen?
Für die Anhäger der ASV, für die Spezialisten, die großen Kataraktoperateure, die Labore, die Nephrologen und einige andere macht die KVB alles richtig. Als konservativer GOUDAH würde einem bei diesem Gutachten,falls man es verstehen würde, die Sprache wegbleiben.
Denn wenn man das Gutachten gelesen haben wird und falls Neubauer es bestätigt, dann stellt sich doch sofort die Frage: Was sind das bei der KVB für Funktionsträger, die das alles wissen und kein Wort darüber verlieren.
Um es noch einmal grundsätzlich zu formulieren: Es wundert immer wieder, dass sich in diesem Zusammenhang niemand mit Porter beschäftigt, der das Thema als einziger renommierter Professor thematisiert: Als das in der Tat relevanteste Problem im Gesundheitswesen weltweit - die Kostenerfassungsmethode.
Er schlägt das activity based accounting vor, das kommt dem sehr nahe. Ohne eine solche Methode wird man nie hinterfragen, dass der Gesetzgeber die Mischkalkulation der KBV erlaubt.
Aber auch eine Mischkalkulation darf durchaus eine Methode haben - das wäre eine: https://hbr.org/2011/09/how-to-solve-the-cost-crisis-in-health-care .
Unter Porter "activity based costing - health care" findet sich natürlich in Google noch mehr dazu, zB der zentrale Satz daraus, der auch die angesprochene Umverteilung der Kosten zwischen den IGEl und KV Patienten betrifft - von dem bekanntesten Business Professor der Welt, Erfinder unter anderem der value chain - Wertschöpfungskette - um nur eines zu nennen: "To properly manage value, both outcomes and cost must be measured at the patient level. "
Facebook-Gruppe: #fjm_berufspolitik
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