Ärzteschaft

Förderung gegen Ärztemangel in Thüringen wirkt

Dienstag, 22. Dezember 2015

Jena – Der Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung in Thüringen zahlt sich aus – im zu Ende gehenden Jahr wurden damit freie Arztsitze neu besetzt oder bestehende erhalten. „Das ist Hilfe, die wirkt. Sie gewährleistet für die Patienten eine ambulante ärztliche Versorgung in hoher Qualität auch in der Zukunft“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen, Annette Rommel.

Insgesamt sank die Zahl der freien Hausarztsitze in diesem Jahr leicht von 57 auf 55,5, die der freien Facharztsitze stieg leicht von 13,5 auf 15. Die Zahl freier Sitze für psycho­logische Psychotherapeuten sank von 23 auf sieben. Zusätzlich wurde Praxisnachfolger für viele Ärzte gefunden, die in den Ruhestand gehen.

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Die KV Thüringen förderte 2015 die fachärztliche Weiterbildung in Thüringer Arztpraxen für 190 Ärzte in Weiterbildung. Dabei handelt es sich nicht nur um künftige Hausärzte, sondern die KV hat über den gesetzlich vorgeschriebenen Umfang hinaus auch Ärzte anderer Facharztgruppen unterstützt. Diese Förderung soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Außerdem erhöhte sich die Zahl der sogenannten Thüringen-Stipendiaten auf insgesamt 163. Das Thüringen-Stipendium von monatlich 250 Euro wird an Ärzte in Weiterbildung gezahlt, die sich verpflichten, nach Abschluss ihrer Weiterbildung mindestens vier Jahre in Thüringen zu praktizieren. 30 von ihnen sind dieser Verpflichtung inzwischen nachgekommen.

Positiv bewertet die KV Thüringen außerdem, dass auch die Landesregierung ihr Förderprogramm für ärztliche Niederlassungen im ländlichen Raum 2015 weitergeführt hat und in den nächsten beiden Jahren weiterführen will.

Laut der KV ist die gezielte Begleitung des Berufsnachwuchses in Thüringen vor allem deshalb wichtig, weil die demografische Entwicklung die ambulante ärztliche Versorgung doppelt belaste: Zum einen stünden inzwischen viele ambulant tätige Ärzte vor dem Ruhestand, zum anderen erfordere die steigende Zahl älterer Patienten zusätzliche ärztliche Leistungen. „Die Ärzte in Thüringen erbringen deshalb inzwischen rund ein Drittel mehr Leistungen als ihre Kollegen im Bundesdurchschnitt“, hieß es aus der KV. © hil/aerzteblatt.de

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