Politik

2015 laut Pharmaverband viele Verbesserungen für Patienten

Dienstag, 22. Dezember 2015

Berlin – 2015 war laut dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland (vfa) für viele Patienten ein gutes Jahr, weil sich die Chancen auf Besserung ihrer Leiden wesentlich erhöht hätten – auch dank neuer Medikamente.

So wurden laut dem Verband die Möglichkeiten erweitert, das körpereigene Immun­system gegen mehrere Arten von Krebs zu aktivieren (PD-1-Hemmer) oder sie direkt an Krebszellen heranzuführen (BiTEs = bispezifische T-Cell Engager). Für einigen Patienten, denen Herzinfarkte oder Schlaganfälle drohen, böten cholesterinsenkende sogenannte PCSK9-Hemmer eine neue Möglichkeit, die Risiken zu reduzieren. Außerdem seien neue Antibiotika gegen multiresistente Bakterien verfügbar und erstmals wurde ein Medikament mit adulten Stammzellen zugelassen. Es dient zur Wiederherstellung einer geschädigten Augen-Hornhaut.

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„Medikamente wie diese zeigen, wie Pharmaunternehmen an Erkenntnissen der Grundlagenforschung anknüpfen und daraus durch eigene Forschung konkrete Fortschritte für Patienten schaffen“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des vfa, Birgit Fischer. Die neuen Therapiemöglichkeiten müssten ohne Einschränkungen in der Patientenversorgung ankommen „und sie müssen sich auch für die Firmen auszahlen, damit diese die nächsten Innovationen finanzieren können“, sagte Fischer.

Über steigende Arzneimittelausgaben klagen indessen die gesetzlichen Krankenkassen: Diese sind laut einer Analyse der Kaufmännischen Krankenkasse KKH zwischen 2007 und 2014 um 32 Prozent in die Höhe gegangen. „Bald zahlen Krankenkassen wieder mehr für Medikamente als für die gesamte ärztliche Behandlung“, sagte der KKH-Vorstandschef Ingo Kailuweit Ende November.

Die Preise, die Pharmafirmen für neue Medikamente im ersten Jahr nach der Zulassung verlangen, kritisierte der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Wolf-Dieter Ludwig. In der Onkologie beispielsweise gebe es keine Korrelation zwischen Innovationsgrad beziehungsweise klinischem Nutzen neuer Wirkstoffe und den von pharmazeutischen Unternehmern bei Markteintritt verlangtem Preis.

„Wir kritisieren deshalb ausdrücklich die aktuelle Preisgestaltung durch pharmazeutische Unternehmer, die nicht rational erfolgt, sondern in erster Linie widerspiegelt, was der Markt bereit ist zu zahlen“, sagte Ludwig im Deutschen Ärzteblatt. © hil/aerzteblatt.de

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