Politik

Ausländische Fachkräfte im Gesundheitswesen immer wichtiger

Dienstag, 22. Dezember 2015

Berlin – Im deutschen Gesundheitswesen arbeiten immer mehr Fachkräfte aus dem Ausland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wirtschaftsforschungs­unter­nehmens Prognos, die das Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegeben hat. „Wir werden mehr Fachkräfte für unser Gesundheitswesen brauchen. Da ist Zuwan­derung auch eine Chance“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bei der Vorstellung der Studie.

Der Anteil von Zuwanderern unter den in Deutschland registrierten Ärzten betrug 2014 mehr als acht Prozent, während sie in den nichtärztlichen Gesundheitsberufen etwa 15 Prozent der Erwerbstätigen stellten. Die Zahl ausländischer Ärzte mit Migrations­hintergrund hat sich laut der Studie in den vergangenen 23 Jahren von 10.653 auf 39.661 nahezu vervierfacht. 81 Prozent von ihnen sind im stationären Bereich tätig, elf Prozent als niedergelassene Ärzte.

Anzeige

Drei Viertel der zugewanderten Mediziner stammen aus europäischen Ländern, an der Spitze Rumänien. Außerhalb der EU sind die wichtigsten Herkunftsländer Russland, die Ukraine sowie die Türkei.

Syrien liegt mit 1.656 hierzulande registrierten Ärzten auf Rang 6 der 20 wichtigsten Herkunftsländer. „Wichtig sind berufsspezifische Sprachkurse‎.‎ Die Überprüfung ausländischer Abschlüsse muss zügig, aber ohne Abstriche bei der erforderlichen Qualifikation erfolgen“, betonte Gröhe. Sprachliche Barrieren stellen laut der Studie die größte Herausforderung dar. Dies betrifft insbesondere Ärzte und Pflegekräfte, weniger Wissenschaftler, deren Arbeitssprache in der Regel Englisch ist.

Zum Beispiel hatte die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz bis zum Mai 2014 360 ausländische Ärzte geprüft – die Durchfallquote lag bei 40 Prozent.

Neben den Ärzten arbeiten 593.000 nichtärztliche ausländische Beschäftigte im deutschen Gesundheitswesen. Zwei Drittel von ihnen stammen aus Europa, die überwiegende Mehrheit von ihnen aus dem Osten oder Südosten des Kontinents. Die Unterteilung in die verschiedenen Berufsbilder zeigt, dass der Zuwanderer-Anteil in der Altenpflege mit 23 Prozent besonders hoch ist. Insgesamt arbeiten 140.000 Erwerbstätige mit Migrationshintergrund in der Altenpflege. In der Gesundheits- und Krankenpflege sind 127.000 Erwerbstätige mit Migrationshintergrund beschäftigt. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

09.05.16
Berlin – Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, zeigt sich besorgt wegen mangelnder Deutschkenntnisse einiger Mediziner. „Es gibt erkennbar Sprachprobleme bei vielen......
25.04.16
Frankfurt – Die Landesärztekammer Hessen baut eine sogenannte Hospitationsdatenbank auf, um zugewanderten und geflüchteten Ärzten den Berufseinstieg in Deutschland zu erleichtern. Praxen und......
10.04.16
„Wir brauchen unter den Ärzten dringend mehr Migranten, da ist auch die Politik gefragt“
Köln – Im vergangenen Jahr sind mehr als eine Million Menschen aus politischen und wirtschaftlichen Krisenregionen nach Deutschland gekommen. Der Bedarf an qualifizierten Ärzten, die die Migranten......
02.03.16
Kammer Berlin zieht positives Fazit nach ersten Sprachprüfungen für ausländische Ärzte
Berlin – Die Ärztekammer Berlin ist mit den ersten von ihr veranstalteten Fachsprachenprüfungen für ausländische Ärzte zufrieden. Seit August vergangenen Jahres fanden 81 dieser Prüfungen statt, 76......
19.01.16
Gute Sprachkenntnisse Voraussetzung für eine hochwertige Versorgung
Düsseldorf – Ausländische Ärzte müssen sehr gut deutsch sprechen, damit sie die Patienten auf hohem Niveau versorgen können. Darauf haben die Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen (NRW) zusammen mit der......
18.01.16
Bremen – Hospitationen ausländischer Ärzte erleichtern diesen den Einstieg in das deutsche Gesundheitswesen. Der Bremer Wirtschaftssenator Martin Günthner stellte jetzt in einem Schreiben an die......
23.10.15
Stuttgart – Mehr als 70 Migranten haben im Südwesten eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer begonnen. Im Herbst seien je fünf Klassen in fünf Schulen gestartet, sagte eine Sprecherin des Stuttgarter......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige