Ärzteschaft

Wie die elektronische Gesundheitskarte für Asylsuchende funktioniert

Dienstag, 22. Dezember 2015

Berlin – In drei Regionen Deutschlands – Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen – steht die elektronische Gesundheitskarte (eGK) bereits zumindest zum Teil zur Verfügung. Berlin folgt Anfang 2016. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat zusammengestellt, was Praxen für die Abrechnung wissen sollten.

Für Asylbewerber, die sich länger als 15 Monate in Deutschland aufhalten, gibt es die eGK schon länger. Die Karte ist bei „Besondere Personengruppe“ mit der Ziffer „4“ gekennzeichnet. Dabei bleibt es auch.

Anzeige

Chipkarten für Flüchtlinge, die weniger als 15 Monate in Deutschland leben, sind dagegen bei „Besondere Personengruppe“ mit der Ziffer „9“ gekennzeichnet. Ein optisches Zeichen auf der Karte selbst gibt es nicht! Die Krankenkassen sind aber verpflichtet, die europäische Krankenversicherungskarte bei dieser Personengruppe auf der Rückseite der eGK als ungültig zu markieren.

Die Kennzeichnung ist erforderlich, da Flüchtlinge und Asylbewerber in den ersten 15 Monaten ihres Aufenthaltes in Deutschland nur einen eingeschränkten Anspruch auf medizinische Versorgung haben. Auch bei Rezepten und anderen Formularen, die ein Personalienfeld enthalten, wird im Statusfeld die Ziffer „9“ für „Besondere Personen­gruppe“ gedruckt.

Übernommen werden laut Asylbewerberleistungsgesetz in den ersten 15 Monaten des Aufenthaltes in Deutschland nur die Kosten bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen. Zudem besteht Anspruch auf Schutzimpfungen und Früherkennungsuntersuchungen sowie Mutterschaftsleistungen. Welche Leistungen genau dazu gehören, wird teilweise in regionalen Vereinbarungen näher spezifiziert.

Letztlich ist die Bestimmung aber vage: „In der Regel wird Art und Umfang der notwendigen Leistungen vom behandelnden Vertragsarzt nach medizinischem Erfordernis zu bestimmen sein“, heißt es daher von der KBV.

Was geschieht, wenn die Karte aus technischen Gründen nicht einlesbar ist? Das Personal muss die Daten dann manuell in das Praxisverwaltungssystem eingeben, konkret sind das: zuständige Krankenkasse, Name, Vorname, Geburtsdatum, Versichertenart, Postleitzahl des Wohnorts, möglichst die Krankenversichertennummer, und unter „Besondere Personengruppe“ die Ziffer „9“. Ist bei diesem sogenannten Ersatzverfahren nicht erkennbar, dass es sich um einen Flüchtling handelt und erfolgt eine Untersuchung oder Behandlung, auf die der Patient keinen Anspruch hätte, so wird dem Arzt die Leistung trotzdem vergütet. Dies konnte die KBV mit dem GKV-Spitzenverband vereinbaren. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

24.08.16
Dresden – Mit dem Smartphone auf kürzestem Wege zum Arzt: Dresdner Gymnasiasten haben gemeinsam mit Mitarbeitern der Technischen Universität Dresden eine Navigator-App für das Gelände des Uniklinikums......
24.08.16
Tübingen – Pflegekräfte wissen nach Ansicht Tübinger Forscher zu wenig über die Kultur älterer, türkischstämmiger Patienten. Soziologen der Universität Tübingen haben im Projekt „CarEMi“ (Care for......
23.08.16
San Francisco – Die Softwarekonzerne Apple und Microsoft wollen ihr Angebot für Nutzer durch den Zukauf neuer Funktionen verbessern: Apple erwirbt die Gesundheits-App Gliimpse, während sich Microsoft......
22.08.16
TK-Chef: Gesundheits-Apps können Rolle in Bonusprogramm spielen
Berlin – Die Techniker Krankenkasse (TK) erwägt, die Nutzung von Fitnessarmbändern in ihr Bonusprogramm zu integrieren. TK-Chef Jens Baas sagte: „Unsere aktuelle Bewegungsstudie zeigt, dass jeder......
19.08.16
Gröhe: Schutz vor ansteckenden Krankheiten internationale Aufgabe
Frankfurt am Main/Heidelberg – Der Schutz vor schweren Infektionskrankheiten wie Ebola ist nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) eine internationale Aufgabe. Krankheiten......
19.08.16
Berlin – Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist dem europäischen Bioinformatik-Netzwerk ELIXIR beigetreten. So soll die die Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen......
18.08.16
Arzneimittel­therapiesicherheit: Neuer Aktionsplan verabschiedet
Berlin – Das Bundeskabinett hat gestern den von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vorgelegten „Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland“......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige