Politik

Laumann: Hilfsmittel für Patienten auf technischen Standard bringen

Sonntag, 3. Januar 2016

Berlin – Der Patienten-Beauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), hat die Krankenkassen aufgefordert, ihr Angebot an Hilfsmitteln dem heutigen technischen Stand anzupassen. Er behalte sich weiter vor, die Tauglichkeit der angebotenen Hilfsmittel für Patienten wie Rollstühle, Rollatoren oder Windeln zu testen, sagte Laumann.

Hintergrund sind anhaltende Beschwerden von Patientenverbänden, dass die angebotenen Windeln für Menschen mit Blasenschwäche zum Teil unzureichend seien. Die Betroffenen klagten darüber, dass die Windeln nach kurzer Zeit ihre Saugfähigkeit verlören und es immer wieder zu Entzündungen und Pilzinfektionen gekommen sei.

Anzeige

Laumann erläuterte: „Die Krankenkassen haben die Preise bei den einfachen Hilfsmitteln offenbar so gedrückt, dass dafür einfach keine Qualität mehr möglich ist. Wenn ich höre, dass Krankenkassen Patienten für zehn Euro oder weniger mit Inkontinenzhilfen versorgen wollen, dann kann das keine Qualität mehr sein.“ Viele Patienten hätten die Probleme anscheinend durch Zuzahlungen gelöst, damit sie bessere Produkte bekommen.

Laumann will das Thema Hilfsmittel weiter im Auge behalten. Es sei eine Gesetzesänderung zu prüfen, nach der Leistungserbringer, die die Ausschreibungen der Krankenkassen zum Beispiel bei Inkontinenzmitteln gewinnen, im Rahmen ihrer Versorgungsverträge keine Produkte mit Aufzahlung mehr anbieten dürfen. Auch sei zu überlegen, dass künftig jede Kasse veröffentlichen müsse, wie oft und wie viel Versicherte aus eigener Tasche aufzahlen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

27.09.16
Hilfsmittelindus­trie im Inland unter Druck
Berlin/Düsseldorf – Die rund 300 deutschen Hilfsmittelhersteller mit ihren mehr als 21.000 Beschäftigten haben 2015 einen Umsatz von knapp 3,6 Milliarden Euro erwirtschaftet, das entspricht einem Plus......
07.09.16
Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg wehrt sich gegen die im geplanten Heil- und Hilfsmittelgesetz (HVVG) vorgesehene sogenannte Blankoverordnung von Physio-, Ergo- und......
02.09.16
Berlin – Sieben Hilfsmittelverbände haben vor Defiziten bei der Versorgung von Patienten mit Anti-Dekubitus-Systemen gewarnt. Unter den aktuellen Vergütungsstrukturen der Krankenkassen könnten die......
31.08.16
Bundeskabinett billigt Heil- und Hilfsmittel­versorgungsgesetz
Berlin – Das Bundeskabinett hat heute dem Entwurf des „Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung“ (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz, HHVG) zugestimmt. „Der heute beschlossene......
17.08.16
Saarbrücken – Das Saarland könnte bereits ab Herbst zur Modellregion für sogenannte Blanko-Verordnungen für Therapeuten werden. Grundsätzlich gebe es dafür die Zustimmung der......
10.08.16
Berlin – Patienten sollen bei der Versorgung mit Hilfsmitteln wie Windeln oder Rollstühlen besser über die jeweiligen Angebote der Hersteller informiert werden. Die Kassen müssten Patienten frühzeitig......
19.07.16
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung im Grundsatz begrüßt. „Einige Vorschläge haben wir aber,......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige