Ärzteschaft

Fachge­sellschaft begrüßt geplantes Diabetes-Über­wachungssystem

Montag, 4. Januar 2016

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe begrüßen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) für ein sogenanntes nationales Diabetes-Überwachungssystem. Die Verbände weisen aber darauf hin, dass die Datenerfassung allein die Prävention und die Versorgung noch nicht verbessert. „Es fehlt nach wie vor die Formulierung konkreter Maßnahmen einer nationalen Diabetes-Strategie“, mahnen DDG und diabetesDE.

Gröhe hatte im Dezember angekündigt, am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin eine „Nationale Diabetes Surveillance“ einzurichten, das regelmäßig über die Entwicklung der Diabeteserkrankung in Deutschland berichten und eine verlässliche Entscheidungs­grundlage für weitere gesundheitspolitische Maßnahmen erarbeiten soll. DDG und diabetesDE begrüßen dieses Vorhaben ausdrücklich.

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„Die Ankündigung zeigt, dass die Bedeutung der Diabetes-Epidemie in der Politik ange­kommen ist“, sagte Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. „Es ist wichtig, alle verfügbaren Datenquellen zu nutzen, um Erkrankungsverläufe und deren Behandlung lückenlos zu erfassen und auszuwerten. „So können nicht nur Versorgungs­strukturen optimiert, sondern auch effektive Präventionsstrategien entwickelt werden“, betonte Jochen Seufert, Sprecher der Kommission Versorgungsforschung und Register der DDG.

Laut DDG und diabetesDE braucht Deutschland dringend eine Diabetes- sowie eine Präventionsstrategie, die bei mehreren Erkrankungen greift. Viele nicht über­tragbare chronische Krankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien mit den gleichen Risikofaktoren wie Diabetes und Adipositas verbunden – ungesunde Ernäh­rung, Bewegungsmangel, Übergewicht, Armut. „Mit einer nationalen Diabe­tes­- und einer Präventionsstrategie käme Deutschland auch dem Ziel der Vereinten Nationen ein Stück näher, die Sterblichkeit bei den nichtübertragbaren Krankheiten bis 2030 um ein Drittel zu senken“, so die Verbände.

Zusammen mit der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) fordern DDG und diabetesDE täglich mindestens eine Stunde Bewegung in Schule und Kinder­garten, die Besteuerung dickmachender Lebensmittel bei gleichzeitiger Entlas­tung gesunder Lebensmittel, verbindliche Qualitätsstandards für die Kindergarten- und Schulverpflegung und ein Verbot von an Kinder und Jugendliche gerichtete Werbung für dickmachende Lebensmittel. © hil/aerzteblatt.de

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