Ärzteschaft

KV Thüringen fordert mehr Respekt für ärztliche Arbeit

Montag, 4. Januar 2016

Weimar – Mehr Respekt für die ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten in Thüringen und ihre Selbstverwaltung fordert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landes. „Wir haben Verständnis dafür, wenn Patienten Unzufriedenheit äußern, zum Beispiel bei langen Wartezeiten auf Termine, und nehmen diese Äußerungen auch ernst. Wir fordern jedoch nachdrücklich, diese Unzufriedenheit sachlich auszudrücken und Angriffe jeglicher Art sowie Falschinformationen zu unterlassen“, hieß es aus der KV.

Laut der Ärzteorganisation haben sich im vergangenen Jahr verbale Angriffe auf Ärzte, Psychotherapeuten und ihre Selbstverwaltung gehäuft. Zum Beispiel wurden in einer Westthüringer Arztpraxis neue Ärzte von Patienten beschimpft und bedrängt, weil sie Medikamente nicht ohne vorherige Untersuchung der Patienten verordnen wollten. Den Ärzten wurde daraufhin sowohl direkt als auch in einer öffentlichen Veranstaltung und einer Medienveröffentlichung „Unmenschlichkeit“ vorgeworfen.

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Ein südthüringischer Arzt, der an Stelle einer vorher ermächtigten Ärztin Herzschritt­macher­kontrollen vornahm, wurde von Patienten beschimpft und persönlich dafür verantwortlich gemacht, dass die Patienten jetzt einen weiteren Weg zum Arzt haben. Mitarbeiterinnen der Landesgeschäftsstelle der KV Thüringen wurden am Patiententelefon verbal angegriffen.

Die KV betont aber, dass diese und weitere Beispiele für das Verhalten einer Minderheit stehen. Grundsätzlich verhalte sich die überwiegende Mehrheit der Patienten wie auch der größte Teil der Öffentlichkeit den Ärzten und der Selbstverwaltung gegenüber höflich und sei für Hilfe dankbar.

Die KV Thüringen weist darauf hin, dass bestehende Defizite in der ambulanten ärztlichen Versorgung in Thüringen in der Regel nicht auf Pflichtversäumnisse der Ärzte, Psychotherapeuten und ihrer Selbstverwaltung zurückzuführen seien, sondern auf die Rahmenbedingungen der ambulanten Versorgung.

„Zu nennen sind hier das begrenzte Budget, das dazu führt, dass viele Ärzte ihre Leistungen nicht voll vergütet bekommen, und die gesetzlichen Festlegungen zur Bedarfsplanung, die den tatsächlichen Behandlungsbedarf einer älter werdenden Bevölkerung kaum berücksichtigen“, kritisierte die KV.

© hil/aerzteblatt.de

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