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Warum Blofeld James Bond umgebracht hätte

Montag, 4. Januar 2016

Toronto – Im neuen Bond-Film „Spectre“ wäre der Geheimagent nach seiner Folter durch Blofeld wohl tot oder schwer behindert gewesen. Michael Cusimano, Neurochirurg am St. Michael's Hospital, lobte in einem Kommentar in Nature die von den Filme­machern bedachten neuroanatomischen Details, fand jedoch Mängel in der filmischen Umsetzung der Folterszene (doi: 10.1038/528479e).

„James Bond 007: Spectre“ kam am 5 November 2015 in die deutschen Kinos. Mit einem Einspielergebnis von 67,8 Millionen US-Dollar allein in Deutschland (weltweit 850 Millionen US-Dollar) war der Film in den hiesigen Kinos ein durchschlagender Erfolg.

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Ernst Starvo Blofeld, gespielt von Christoph Waltz, tritt in dem Film nach langer Abstinenz wieder als Hauptgegenspieler von Bond auf. Blofeld ist Anführer der Terrororganisation S.P.E.C.T.R.E. Gegen Ende des Films wird Bond gefangen genommen und auf einem Stuhl festgeschnallt, um von Blofeld gefoltert zu werden. Bond sollen Bohrer ins Gehirn eingeführt werden, um seine Erinnerung an Gesichter zu zerstören.

Im Grunde genommen war der Ansatz der Filmemacher richtig, meint Cusimano. So wollte Blofeld den lateralen Gyrus fusiformis Bonds mit den Sonden lahmlegen. Diese Hirnwindung ist tatsächlich an der Erkennung von Gesichtern beteiligt und kann bei Ausfalls dafür sorgen, dass Personen nicht einmal mehr sich selbst im Spiegel erkennen.

Der Gyrus ist in den basalen Abschnitten des Temporallappens lokalisiert. Nach Einschätzung Cusimanos hätte der Plan Blofelds wohl funktionieren können. In der Filmszene setzt der Bohrer jedoch hinter dem linken Ohr Bonds an, anstatt vor dem Ohr, wo sich der Gyrus fusiformis befindet. In diesem Areal hätte Blofeld wohl in Bonds linke Vertebralarterie gebohrt, was zu einer schweren Behinderung oder, wesentlich wahrscheinlicher, zum Tod des Helden geführt hätte. Genau genommen war die Bohrstelle nicht einmal in der Nähe des Gehirns, so der Neurochirurg.

Trotz dieses filmischen Detailfehlers lobte Cusimano die Mühe der Filmemacher, die Neuroanatomie zu berücksichtigen. Für den nächsten Film empfiehlt er jedoch, bei neuroanatomischen Fragen, einen Neurochirurgen zu Rate zu ziehen. © hil/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 6. Januar 2016, 22:24

Zu Risiken und Nebenwirkungen...

beim Filme machen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihren Neurochirurgen. Aber erst, nachdem Sie alle Staffeln und Folgen von "Emergency Room" gesehen haben. Die "Sachsen-Klinik" bringt es einfach nicht!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler FAfAM Dortmund
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