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Erkältungsmittel sind die am häufigsten verordneten Medikamente für Kinder

Dienstag, 5. Januar 2016

Hamburg – Für Kinder bis zwölf Jahren sind Erkältungsmittel die am häufigsten verordneten Medikamente. Das ergibt eine Auswertung von Routinedaten des Jahres 2014 der Techniker Krankenkasse (TK). „Auffällig ist, dass Ärzte besonders häufig Noscapinhaltige Arzneimittel gegen Reizhusten verordneten“, berichtet die TK. Etwa 102.000 Packungen des Hustenstillers wurden an fast 83.000 TK-versicherte Kinder abgegeben.

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„Kinder sollten nur Hustenstiller bekommen, wenn sie wirklich schlecht schlafen können“, erläutert der TK-Arzneimittelexperte Thomas Widmann. Auf keinen Fall sollten sie einen Schleimlöser und einen Hustenstiller gleichzeitig oder in einem kurzen zeitlichen Abstand einnehmen. „Dadurch kann ein gefährlicher Sekretstau in den Bronchien entstehen und zu Atemnot führen. Das gilt für Erwachsene genauso wie für Kinder“, so Widmann.

Der Grund für einen akuten Husten sei häufig ein Virusinfekt, der innerhalb von wenigen Tagen von selbst abklingen sollte. Gegen den Hustenreiz helfen laut der TK Hausmittel wie warme Getränke, eine ausreichend befeuchtete Luft oder durch die Nase statt den Mund zu atmen. Letzteres könnten auch abschwellende Nasentropfen unterstützen.

Seit vergangenen Herbst sind codeinhaltige Hustenstiller für Kinder bis zwölf Jahre verboten. Grund ist die Gefahr einer Atemdepression durch das Morphinderivat.

Viele Eltern greifen auch zu Einreibemitteln, die zum Beispiel Kampfer, Eukalyptusöl oder Menthol enthalten. „Berühren Kinder etwa ihre eingeriebene Brust und greifen sich dann in die Augen, kann das brennen. Kinder unter zwei Jahren sollten nicht mit solchen Präparaten eingerieben werden. Außerdem beeinflussen diese Mittel den Husten nicht besser als ein Placebo aus Vaseline“, informiert die Zeitschrift „Gute Pillen Schlechte Pillen“ auf ihrer Internetseite. © hil/aerzteblatt.de

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hammann
am Mittwoch, 6. Januar 2016, 21:26

Zweifelhafte Indikation

Ich kenne keine einzige Indikation für Hustenstiller. Habe such schon erleben müssen, wie durch Unterdrückung des Hustenreizes mit resultierendem Sekretstau eine Pneumonie iatrogen erzeugt wurde. Am Schlimmsten finde ich es, wenn bronchiale Obstruktionen (typischerweise nächtlicher Husten zwischen 1 und 3 Uhr) mit Hustenstillern behandelt wird.
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