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Neue Forschergruppe zu entzündlichen Lebererkrankungen in Hamburg

Dienstag, 5. Januar 2016

Hamburg – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird in den kommenden vier Jahren eine klinische Forschergruppe „Primär Sklerosierende Cholangitis (PSC)“ mit mehr als vier Millionen Euro unterstützen. „Damit haben wir jetzt beste Voraus­setzungen, das komplexe Krankheitsbild PSC erstmals umfassend zu entschlüsseln“, sagte Ansgar Lohse, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Uni­​versi­tätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und Sprecher der neuen Forschergruppe.

Die PSC ist eine chronische, vernarbende Entzündung der Gallengänge in und außerhalb der Leber. Die Krankheit ist zwar selten, befällt aber vor allem junge Erwachsene und führt meist innerhalb von zehn bis 20 Jahren zu einem Leberversagen. Da es bislang keine Therapie gibt, die den fortschreitenden Krankheitsverlauf wirksam aufhalten kann, ist die PSC eine der häufigsten Indikationen zur Lebertransplantation.

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„Die Krankheit tritt bei zwei von drei Patienten zusammen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung auf. Hier setzt auch unsere Ursachenforschung an“, erklärte Christoph Schramm, designierter Leiter der klinischen Forschergruppe.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die PSC durch eine fehlgeleitete Immunreaktion an der Schleimhaut der Gallengänge ausgelöst wird. Ursächlich sind danach Darmbakterien, die den Fettstoffwechsel und die Barrierefunktion der Schleimhäute beeinflussen. „Wir suchen also im Mikrobiom – der Gesamtheit aller Mikroorganismen, die in unserem Verdauungstrakt leben – nach Antworten“, so Schramm.

Um die komplexe Interaktion von Immunreaktion, Stoffwechsel und Mikrobiom aufzuklären, sind in der neuen Forschergruppe Immunologen, Molekularbiologen, Biochemiker sowie Wissenschaftler aus der Grundlagenforschung und Klinik miteinander vernetzt. Neben Kliniken und Instituten des UKE sind Arbeitsgruppen des Hamburger Heinrich-Pette-Instituts und der Christian-Albrechts-Universität in Kiel eingebunden. Weitere Kooperationspartner kommen aus Hannover, Wien, Paris und Oslo. © hil/aerzteblatt.de

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