Politik

Telemedizinischer Expertenrat für Kinder- und Jugendärzte

Donnerstag, 7. Januar 2016

Berlin – Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Barmer GEK wollen die Behandlung von Kindern- und Jugendlichen mit chronischen und seltenen Erkrankungen durch ein Telemedizin-System verbessern. Mit „PädExpert“ können niedergelassene Kinderärzte zunächst in Bayern einen Experten für pädiatrische Spezialgebiete online zu Rate ziehen, um Diagnosen abzusichern und die Behandlung abzustimmen. Im Laufe des Jahres will die Barmer GEK das Angebot für ihre Versicherten dann bundesweit ausrollen.

www.paedexpert.de
„Vor allem für Patienten auf dem Land ist PädExpert eine deutliche Verbesserung der Versorgung, da Experten hauptsächlich in Ballungsgebieten angesiedelt sind“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ. Telemedizinische Konsultationen seien zudem wichtig, weil die Zahl der Praxen in ländlichen Gebieten rückläufig sei. Außerdem könnten damit unnötige Termine beim Facharzt vermieden werden.

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Kein Warten auf Facharzttermine
„Mit PädExpert kann zum einen wochenlanges Warten auf einen Facharzttermin vermieden werden“, betonte Mani Rafii, Vorstandsmitglied der Barmer GEK. Zum anderen verkürze sich die Diagnosestellung im Schnitt um 16 Tage. „In zwei von drei Fällen mussten die jungen Patienten den Facharzt nicht mehr aufsuchen“, so Rafii. Das telemedizinische Konsultationssystem wurde von Kinder- und Jugendärzten in Bayern über drei Jahre entwickelt und getestet.

Der Expertenrat soll zunächst bei zehn Indikationen zum Einsatz kommen, etwa bei Rheuma, Zöliakie und dermatologischen Erkrankungen. Binnen 24 Stunden sollen die teilnehmenden Kinder- und Jugendärzte die Einschätzung eines Experten bekommen und so nicht eindeutige Befunde abklären lassen. „Wir sind dabei, bundesweit einen Pool an ambulant und stationär tätigen Pädiatern aufzubauen“, berichtete Fischbach.

Hohes Maß an Datensicherheit
„Wir wissen, dass viele Ärzte sehr skeptisch in Bezug auf die Digitalisierung sind“, sagte der Präsident des BVKJ weiter. Deshalb sei für PädExpert ein Verfahren entwickelt worden, das ein hohes Maß an Datensicherheit gewährleiste. Bei der Übertragung von Anfragen von einem Arzt zum anderen würden die persönlichen Daten des Patienten von den medizinischen Daten vor der verschlüsselten Übertragung getrennt und auf verschiedenen Servern in Deutschland gespeichert. © pb/aerzteblatt.de

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