Ärzteschaft

Kinderärzte unterstützen Petition zum Erhalt der Kinderkrankenpflege

Freitag, 8. Januar 2016

Berlin – Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) unterstützen die Petition der Kinderkrankenschwester Monika Otto, die die Kinderkrankenpflege als eigenständiges Berufsbild erhalten will. „Der Beruf der Kinderkrankenschwester muss bleiben. Kranke Kinder haben ein Recht, so gut wie möglich medizinisch versorgt zu werden“, erklärte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach. Dazu gehöre auch eine Pflege, die sich an ihren Bedürfnissen ausrichtet. Eine Pflegekraft, die in ihrer Ausbildung hauptsächlich gelernt hat, alte Menschen zu betreuen, könne nicht plötzlich Frühgeborene, Kleinkinder oder auch Jugendliche kompetent pflegen.

„Viele Erkrankungen in diesem Alter existieren bei älteren Menschen nicht, andere treten mit völlig unterschiedlichen Symptomen in verschiedenen Lebensaltern auf“, betonte Fischbach. „Kranke Kinder haben zudem völlig andere psychische Bedürfnisse als kranke Erwachsene. Es darf nicht sein, dass nun Politiker eine bewährte Fachausbildung kaputt reformieren dürfen, nur um auf Kosten kranker Kinder Geld zu sparen.“ Deshalb unterstütze der Verband die Online-Petition.

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DGKJ: Es droht ein dramatischer Absturz in der Qualität der pflegerischen Versorgung
„Die Kinderkrankenpflege ist ein unverzichtbarer Partner bei der Betreuung, Behandlung und Unterstützung kranker Kinder und Jugendlicher“, unterstrich DGKJ-Präsident Ertan Mayatepek. „Aus Sicht der wissenschaftlichen Kinder- und Jugendmedizin droht bei Abschaffung dieses Berufs ein dramatischer Absturz in der Qualität und Kompetenz der pflegerischen Versorgung, insbesondere von chronisch und / oder schwer kranken Kindern in Deutschland.“

Otte hatte im Dezember eine Online-Petition gestartet, die jeder auf der Internetseite des Bundestages unterstützen kann. „Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass im neuen Pflegeberufegesetz das eigenständige Berufsbild der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erhalten bleibt“, lautet ihre Forderung. „Wenn die generalistische Pflegegrundausbildung stattfinden soll, dann muss im Gesetz eine ausreichende Spezialisierung beziehungsweise Schwerpunktsetzung für die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege festgelegt werden, die der aktuellen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Berufe in der Krankenpflege (2003) entspricht.“

DPR: Reform wird zu einem enormen Motivationsschub führen
Das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesfamilienministerium wollen die bislang eigenständigen Ausbildungen für die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege durch eine bundesweit einheitliche dreijährige Ausbildung mit einem Abschluss zur „Pflegefachfrau“ und zum „Pflegefachmann“ ersetzen. So steht es in einem gemeinsam vorgelegten Gesetzentwurf der beiden Ministerien. Das Pflegeberufegesetz soll 2016 verabschiedet werden.

Vom Deutschen Pflegerat (DPR) wird die Initiative als „Meilenstein für die dringend benötigte Weiterentwicklung der Pflegeberufe“ begrüßt. Die Arbeit der professionell Pflegenden werde aufgewertet, befand DPR-Präsident Andreas Westerfellhaus vor kurzem. „Das wird zu einem enormen Motivationsschub führen.“

Die einzelnen Berufsgruppen kritisieren das geplante Gesetz jedoch. Die Petition von Monika Otte kann noch bis zum 25. Januar 2016 unter der ID-Nr. 62564 unterzeichnet werden. © hil/aerzteblatt.de

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