Ärzteschaft

Gastroenterologen kritisieren scheinheilige Debatte um Arzttermine

Montag, 11. Januar 2016

Ulm – Angesichts der spätestens am 23. Januar startenden sogenannten Termin­service­stellen in den Kassenärztlichen Vereinigungen hat der Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng) Patienten empfohlen, weiterhin über ihren Hausarzt oder direkt in der Facharztpraxis einen Termin zu vereinbaren, statt die Servicestellen in Anspruch zu nehmen.

„Um Wartezeiten wird eine scheinheilige Debatte geführt, in der den niedergelassenen Fachärzten der schwarze Peter zugeschoben wird“, kritisierte der bng-Vorsitzende Franz Josef Heil. Verantwortlich für lange Wartezeiten auf einen Termin seien politisch motivierte Budgets, die Mehrarbeit verhinderten. Außerdem verhindere eine fehlerhafte Bedarfsplanung ein bedarfsgerechtes Angebot an medizinischen Leistungen.

Anzeige

Heil kritisierte, dass zudem „erstaunlich viele Patienten“ ohne Angabe von Gründen Untersuchungstermine nicht wahrnähmen. „Aus internen Erhebungen wissen wir, dass zum Beispiel in jeder Praxis durchschnittlich zwei bis drei Darmspiegelungen pro Monat abgesagt werden. Bei Magenspiegelungen oder allgemeinen Sprechstundenterminen sind es sogar noch mehr. Auch diese Ausfallzeiten tragen zu den langen Wartezeiten bei“, so der bng-Vorsitzende.

Heil kritisierte, die Bundesregierung setze im Gesundheitssystem offensichtlich nicht mehr auf Ärzte in freier Praxis. Er bezog sich damit auf die neue Regelung, nach der die Servicestellen Termine in einer Klinik vermitteln sollen, wenn Praxen einen solchen nicht innerhalb von vier Wochen anbieten können. „Die niedergelassenen Fachärzte sichern in Deutschland die vermutlich am besten funktionierende ambulante Versorgung weltweit, und das zu unvergleichlich niedrigen Preisen“, betonte Heil. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

14.11.16
Hannover – Scharfe Kritik an den Terminservicestellen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen geübt. Grund dafür sind neue Vermittlungszahlen: Danach hat die Servicestelle in den......
30.08.16
KBV-Versicherten­befragung: Patienten schätzen ihre Ärzte
Berlin – Ein „gutes“ oder „sehr gutes“ Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt haben 91 Prozent der Bürger in Deutschland. 93 Prozent schätzen dessen fachliche Kompetenz als „gut“ oder „sehr gut“ ein.......
15.08.16
Termin­servicestellen: Interesse bislang gering
Berlin – Die neuen Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen stoßen bislang offenbar auf wenig Resonanz. In den ersten sechs Monaten seien bundesweit hochgerechnet rund 61.000 Termine......
05.08.16
Hamburg – Rund ein Viertel aller niedergelassenen Ärzte in Deutschland bietet Patienten Abendsprechstunden an. Das hat eine aktuelle Auswertung der Stiftung Gesundheit ergeben. Basis ist die......
25.07.16
Magdeburg – Sechs Monate nach dem Start des Facharzt-Services stößt das Angebot bei den Patienten im Land auf sinkendes Interesse. Zwar haben seit dem Start am 25. Januar rund 3.300 Patienten die......
22.06.16
Frankfurt am Main – Die Terminservicestellen sollten schnellstmöglich ins Netz gehen. Das hat die Techniker Krankenkasse (TK) Hessen gefordert. Sie bezeichnete eine rein telefonische Terminvermittlung......
03.06.16
Wiesbaden – Viele Kassenpatienten müssen nach einem von den Grünen in Auftrag gegebenen Test in Hessen noch immer deutlich länger auf einen Termin beim Facharzt warten als Privatversicherte. Auch die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige