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Europäisches Jahr gegen Gelenkschmerz gestartet

Montag, 11. Januar 2016

Brüssel – Ein „Europäisches Jahr gegen den Schmerz“ hat die Europäische Schmerz­föderation (European Pain Federation, EFIC) heute in Brüssel gestartet. Im Mittelpunkt der Infokampagne stehen Gelenkschmerzen. „Sie verursachen nicht nur individuelles Leid, sondern enorme gesellschaftliche Kosten durch Gesundheits­ausgaben, Krankenstandstage, Produktivitätsverlust oder Berufsunfähigkeit“, sagte der EFIC Präsident Chris Wells.

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Trotz großer Anstrengungen bringen die derzeit verfügbaren Therapien laut der EFIC nicht immer die gewünschten Erfolge und bleiben mitunter hinter den Erwartungen der Patienten zurück. „Betroffene müssen schneller eine adäquate, sichere Behandlung bekommen, die nicht nur die Schmerzen bekämpft, sondern auch die Gelenke funktions­tüchtig erhält“, erklärte der EFIC-Präsident.

Im Europäischen Jahr gegen Gelenkschmerz will die Schmerzföderation die Öffent­lichkeit über die vielfältigen Beschwerdebilder aufklären und über Behandlungs­möglichkeiten informieren. In den 37 Ländern, in denen EFIC mit nationalen soge­nannten Chapters vertreten ist, gibt es eine Vielfalt an Initiativen, Öffentlich­keitsarbeit und Tagungen. Im September wird die EFIC zu dieser Thematik ein Fachsymposium in Dubrovnik (Kroatien) veranstalten. „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, wie sehr er sich lohnt, in die Behandlung von Gelenkschmerzen zu investieren“, betonte Wells.

Bislang sind laut der EFIC rund 150 verschiedene Formen von Gelenkschmerzen mit zum Teil sehr unterschiedlichen Ursachen identifiziert. Sie können beispielsweise von Knochenbrüchen herrühren oder von vorangegangenen Gelenksoperationen. Die häufigste Ursache für chronische Probleme mit den Gelenken sind abnützungsbedingte Arthrosen, Gicht und entzündliche Prozesse.

„Die vielfältigen Ursachen und Mechanismen der breiten Palette von Gelenkschmerzen werden heute noch nicht ausreichend verstanden, denn die Forschung hat sich bis dato vor allem auf die häufigsten Formen konzentriert“, berichtet Bart Morlion, President elect der EFIC, der das European Year Against Pain inhaltlich ausrichtet. In letzter Zeit gab es aber eine Reihe wichtiger neuer Erkenntnisse, die ihren Weg in die Praxis finden müssten.

„Die Politik ist gefordert, die nötigen Rahmenbedingungen für maßgeschneiderte Pro­gramme für unterschiedliche Patientengruppen zu schaffen“ so Morlion. Außerdem sei die Forschung weiterhin gefragt, Antworten auf die zahlreichen offenen Fragen bei der Diagnose und Behandlung zu finden. „Wir setzen darauf, dass das Europäische Jahr gegen Gelenkschmerzen diesbezüglich wichtige Impulse setzen wird“, so der EFIC-Vize.

© hil/aerzteblatt.de

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