Medizin

„Künstliche Haut“ fördert Heilung von diabetischem Fuß

Dienstag, 12. Januar 2016

Silver Spring – Eine Wundauflage aus Silikon, Rinderkollagen und Haifischknorpel hat in einer randomisierten Studie in Wound Repair and Regeneration (2015; 12: 891-900) die Abheilung von diabetischen Fußulzera beschleunigt. Der Hersteller darf sein Produkt, das er 1996 zur Behandlung von Verbrennungsopfern eingeführt hat, jetzt in den USA auch für den Einsatz bei Diabetikern vermarkten.

Die Indikationserweiterung gründet sich auf die Ergebnisse der FOUNDER-Studie (FOot Ulcer New DErmal Replacement), an der an 32 Standorten 307 Patienten teilnahmen, bei denen konventionelle Wundverbände erfolglos waren. Bei der Hälfte der Patienten wurde nach einem Débridement die Wundauflage aufgebracht. Es handelt sich um ein zweischichtiges System.

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Die Innenschicht aus Rinderkollagen und Haifischknorpel soll die Neubildung einer Dermis anregen, die äußere Schicht aus Silikon ist ein Ersatz für die Epidermis. Die Wundauflage wird am Wundrand mit der Haut vernäht oder mit Klammern befestigt. Die äußere Silikonschicht wird nach zwei bis drei Wochen entfernt, wenn die Innenschicht durch menschliches Kollegengewebe ersetzt wurde. Danach bildet sich vom Rand der Wunde aus eine neue Epithelschicht, bis die Wunde verschlossen ist.

Dieser Wundschluss wurde mit Hilfe der Wundauflage bei 51 Prozent der Patienten innerhalb von 16 Wochen erreicht. In der Kontrollgruppe erreichten nur 32 Prozent der Patienten diesen primären Endpunkt der Studie. Bis zum Verschluss vergingen nach Applikation der „künstlichen Haut“ im Durchschnitt 43 Tage gegenüber 78 Tagen in der Kontrollgruppe. Auch in der Wundgrößenreduktion war der Wundverband mit 7,2 Pro­zent pro Woche schneller als die konventionelle Wundversorgung, unter der sich die Wunde pro Woche nur um 4,8 Prozent verkleinerte.

Die wichtigsten Nebenwirkungen des neuen Wundverbandes waren Infektionen, Schmer­zen, Schwellungen, Übelkeit sowie die Neubildung von Geschwüren oder die Verschlechterung bestehender Geschwüre. Laut FDA sollte das Präparat nicht bei Patienten mit Allergien gegen Rinderkollagen oder Chondroitin verwendet werden, da schwerwiegende allergische Reaktionen auftreten können. Auch die Anwendung bei infizierten Wunden wird nicht empfohlen. © rme/aerzteblatt.de

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