Ärzteschaft

Zahl der Ärzte in Bayern steigt weiter – Ärztekammer sieht dennoch Mangel

Dienstag, 12. Januar 2016

München – Obwohl die Zahl der berufstätigen Ärzte in Bayern auch im vergangenen Jahr weiter gestiegen ist, sieht die Landesärztekammer einen zunehmenden Mangel - vor allem bei den Hausärzten. Insgesamt waren zum Jahreswechsel gut 55 500 Mediziner in Bayerns Praxen und Krankenhäusern beschäftigt, das waren 2,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In den vergangenen zehn Jahren nahm die Zahl der Mediziner um mehr als 24 Prozent zu.

Anzeige

Zugleich würden immer mehr Ärzte in Teilzeit arbeiten, sagte der Präsident der Lan­desärztekammer, Max Kaplan, in München. Auch legten junge Mediziner mehr Wert auf Familie und Freizeit als frühere Ärztegenerationen. „In der Summe hat der Zeit­umfang der ärztlichen Tätigkeit pro Arzt deutlich abgenommen”, erläuterte Kaplan. Weil außerdem der Behandlungsbedarf der Bevölkerung steige, sieht die Kammer weiter einen Mangel an Medizinern. Sorge macht Kaplan auch der anhaltende Rückgang bei den Hausärzten.

Zahl der Hausärzte in zehn Jahren um 14 Prozent zurückgegangen
Die Zahl der Allgemeinärzte in Bayern ist im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent gesun­ken, innerhalb des vergangenen Jahrzehnts summiert sich der Rückgang auf fast 14 Prozent. Der Landes-Ärztepräsident hofft aber darauf, dass politische Initiativen auf Landes- und Bundesebene der Entwicklung entgegenwirken. Es gebe bereits wieder deutlich mehr junge Mediziner, die sich für eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin entschieden hätten. Deswegen hofft Kaplan, dass die Zahl der Hausärzte im Freistaat in einigen Jahren wieder steigt.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erklärte am Dienstag, vor allem die demo­grafische Entwicklung bei Patienten wie Ärzten sei in den kommenden Jahren eine große Herausforderung. Um dem Ärztemangel vorzubeugen, sei ein Programm auf den Weg gebracht worden, mit dem die Niederlassung von Ärzten und Psychotherapeuten insbesondere im ländlichen Raum gefördert werde. „Außerdem gibt es Stipendien für Medizinstudierende, die nach ihrem Studium im ländlichen Raum arbeiten wollen. Die Resonanz ist erfolgsversprechend”, betonte Huml.

Die traditionelle Einzelpraxis wird seltener
Nach Einschätzung des Präsidenten der Landesärztekammer zeigt die aktuelle Ärzte­statistik einen grundlegenden Wandel im Berufsbild. Die Zahl der Ärzte, die in Praxen als Angestellte arbeiten, ist im vergangenen Jahr um mehr als 13 Prozent gestiegen; innerhalb eines Jahrzehnts hat sich ihre Zahl auf 5370 fast verdreifacht. Dies zeige, dass die traditionelle Praxis, in der ein einzelner Inhaber die gesamte ärztliche Arbeit übernehme, seltener werde, sagte Kaplan.

© fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

26.08.16
Jeder elfte Arzt arbeitet in einem Medizinischen Versorgungszentrum
Berlin – Jeder elfte Arzt aus der ambulanten Versorgung arbeitet in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unter Berufung auf die......
26.08.16
Dortmund – Viele Medizinstudierende verbinden mit der Tätigkeit als Landarzt weiterhin überlange Arbeitszeiten, häufige Bereitschaftsdienste und lehnen es ab, in einer ländlichen Region mit schlechter......
16.08.16
Krankenhäuser stellten 2015 mehr Ärzte ein
Wiesbaden – Sowohl die Zahl der Krankenhausfälle als auch die stationäre Verweildauer sind im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr weitgehend konstant geblieben. Das berichtete heute das Statistische......
15.08.16
Niedersachsen: Ministerin will Pflegedienste auf dem Land stärken
Hannover – Angesichts des Fachkräftemangels will die niedersächsische Landesregierung ambulante Pflegedienste in ländlichen Regionen künftig über ein neues Programm mit mehr als sechs Millionen Euro......
15.08.16
Mainz – In Rheinland-Pfalz haben nach Angaben der Landesärztekammer (LÄK) im vergangenen Jahr 528 Ärzte eine Weiterbildung zum Facharzt erfolgreich abgeschlossen. Fast die Hälfte von ihnen (261) waren......
04.08.16
Neustrelitz – Mit Stipendien für angehende Landärzte und besseren Arbeitsbedingungen will die CDU in Mecklenburg-Vorpommern dem Ärztemangel in ländlichen Regionen entgegenwirken. Mit einem......
22.07.16
Forderung nach mehr Medizin-Studien­plätzen wird drängender
Berlin/Düsseldorf – Mehr Medizin-Studienplätze in Deutschland hat der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), gefordert. „Wir bilden heute in Deutschland rund 2.000 Ärzte......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige