Politik

Zahl der Organspender in Spanien viermal so hoch wie in Deutschland

Dienstag, 12. Januar 2016

Madrid – Spanien hat 2015 einen neuen Organspenderekord verzeichnet. Die Zahl der Spender stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 39,7 Organspender pro eine Million Einwohner, wie die Nationale Organisation für Transplantationen ONT am Dienstag in Madrid mitteilte. Das sind etwa viermal so viele wie in Deutschland.

Den Angaben zufolge fanden im vergangenen Jahr in Spanien landesweit 4.769 Organtransplantationen statt; das entspricht rund 13 pro Tag. Damit sei Spanien erneut weltweit Spitzenreiter bei Organspenden und Transplantationen, erklärter ONT-Direktor Rafael Matesanz.

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Der Grund für die hohen Zahlen sehen Experten vor allem im spanischen Gesundheits­system, das auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen wird. In Spanien gilt die sogenannte Widerspruchslösung. Jeder, der nicht ausdrücklich ablehnt, seine Organe spenden zu wollen, kann somit nach seinem Tod zum Spender werden. In Deutschland gilt die sogenannte Zustimmungsregelung: Nur wer seine Zustimmung vorab dokumentiert, wird im Todesfall zum potenziellen Organspender.

In Deutschland ist die Zahl der Spender 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf rund insgesamt 900 gestiegen. Damit zeichnet sich erstmals seit vier Jahren wieder eine leichte Aufwärtsbewegung ab, erklärte die Deutsche Stiftung Organtrans­plantation. Anfang 2012 waren Manipulationen bei der Organvergabe an den Universitätskliniken Göttingen, Regensburg und München öffentlich geworden. Dies führte zu einem langandauernden Rückgang bei den Organspenden.

© kna/aerzteblatt.de

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