Politik

Neue Vorsitzende der Gesundheitsminister­konferenz will öffentlichen Gesundheitsdienst attraktiver machen

Dienstag, 12. Januar 2016

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Birgit Hesse (SPD) will dem öffentlichen Gesundheitsdienst sein – nach ihrer Ansicht – verstaubtes Image nehmen. Sie hat seit Beginn des Jahres turnusmäßig den Vorsitz der Gesundheits­ministerkonferenz der Länder inne. „Wir als Vorsitzland können das Leitthema setzen”, sagte sie am Dienstag in Schwerin. Unstrittig müsse der öffentliche Gesundheitsdienst mehr in den Fokus rücken.

Problem Vergütung
Dazu gehören die Gesundheitsämter der Kreise und das Landesamt für Gesundheit und Soziales. Aufgaben sind unter anderem die Hygieneüberwachung, die Impfpläne, die Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen bis hin zur medizinischen Betreuung von Flüchtlingen.

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Doch der öffentliche Gesundheitsdienst habe Probleme, die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen, sagte Hesse. Die Vergütung sei geringer als etwa in Krankenhäusern. Zudem seien die Stellenpläne streng limitiert. Es werde mehr Geld und mehr Personal gebraucht.

Einen großen Vorteil habe die Arbeit im öffentlichen Dienst jedoch – geregelte Arbeits­zeiten. Sie würden helfen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Hesse regte an, dass Praktika während des Medizinstudiums auch im öffentlichen Gesundheitsdienst möglich sein sollten.

Allgemeinmedizin stärken
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Gesundheitsministerkonferenz ist Hesse zufolge die Stärkung der Allgemeinmedizin. „Sie muss fester Bestandteil des Medizinstudiums werden”, forderte Hesse. Zudem liege ihr das Thema Impfen am Herzen. Mecklenburg-Vorpommern habe eine sehr gute Impfquote. Ob es eine Impfpflicht geben solle oder nicht, müsse die Große Koalition entscheiden. Ein großes Thema werde auch die gesundheitliche Versorgung der Flüchtlinge sein.       

Die Konferenz der Gesundheitsminister wird sich Hesse zufolge am 29. und 30. Juni in Rostock-Warnemünde treffen. Mecklenburg-Vorpommern will wie schon andere Bundesländer die Gesundheitskarte für Flüchtlinge einführen. Einen Termin dafür gebe es noch nicht. © dpa/aerzteblatt.de

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