Ärzteschaft

Hohe Qualität in der ambulanten Medizin: KBV legt Bericht vor

Mittwoch, 13. Januar 2016

Berlin - Die Qualität in der ambulanten Versorgung bleibt auf einem konstant hohen Niveau. Das geht aus dem Qualitätsbericht 2015 der Kassenärztlichen Bundes­vereinigung hervor, den die KBV Mitte der Woche vorgelegt hat. Demnach haben im Jahr 2014 die rund 165.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten für 337.600 Genehmigungen gegenüber den KVen ihre Qualitätsanforderungen nachgewiesen.

Mit den Kassen hat die KBV in fast 50 Leistungsbereichen Qualitätssicherungs­vereinbarungen sowie weitere Richtlinien festgelegt, die regelmäßig überprüft werden müssen. Im Berichtsjahr kam es somit zu 13.600 Prüfungen sowie 144.000 geprüften Patientendokumentationen. Aufgrund der Prüfungen im Bereich Hygiene, Technik  sowie der Zahl der Fortbildungen bei Ärzten ist es zu 572 Widerrufen der Leistungserlaubnis wegen Wegfall der Qualifikationen sowie zu 100 Widerrufen wegen negativer Prüfergebnisse gekommen.

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Laut dem Bericht werden bei der Computertomographie und Magnetre­sonanz-/Kernspintomo­graphie seit Jahren konstant gute Prüfergebnisse erzielt. In Praxen, in denen diese Techniken angewendet werden, wird die Qualität mit einer Stichprobenprüfung regelmäßig dokumentiert und in einer Fünf-Jahres-Auswertung dargestellt. In den zwei weiteren Leistungsbereichen, der konventionellen Röntgendiagnostik und Arthroskopie, besteht laut dem Bericht „Verbesserungspotential“. Nach Aussage der KBV haben sich diese Stichprobenprüfungen „als Instrument der Qualitätssicherung und -förderung im ambulanten Bereich sehr gut etabliert.“

Aus dem KBV-Bericht geht beispielsweise hervor, dass es im Jahr 2014 in den Praxen, in denen rund 31.000 Ärzte eine Genehmigung zum ambulanten Operieren hatten, bundesweit 31 Praxisbegehungen gab, bei denen drei Beanstandungen dokumentiert wurden. Schwerpunkt war hier Berlin und das Saarland. Ein anderes Beispiel ist die Hygienequalität in Praxen, die Koloskopien durchführen: Hier wurden im Jahr 2014 knapp 2000 Praxen zwei Mal pro Jahr geprüft. Dabei kam es zu 151 Widerholungs­prüfungen innerhalb von drei Monaten.  In 3,7 Prozent der halbjährlichen Prüfungen wurden Beanstandungen dokumentiert.

Um die Qualität der medizinischen Arbeit messen zu können, müssen niedergelassene Ärzte ihre Versorgungsleistung dokumentieren. KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen setzt sich für eine Verschlankung der Bürokratie in der vertragsärztlichen Versorgung ein. „Wir müssen für die Ärzte bürokratiearme und für die KVen aufwandsarme Qualitätssicherungsregelungen schaffen. Dazu gehört ganz besonders eine stärker zielgerichtete Qualitätssicherung“, appelliert er an die Kassen in einer Mitteilung anlässlich der Veröffentlichung des Berichts.

Die Qualitätsrichtlinien sind besonders in den Disease Management Programmen (DMP) ausgefeilt und sind an Zielwerte geknüpft, die zum größten Teil von den Krankenkassen vorgegeben werden. Auch hier werden, wie der Bericht zeigt, die Zielwerte in vielen Fällen erreichen. So wurde beispielsweise im DMP Brustkrebs bei der Brusterhaltenden Therapie ein Zielwert von über 70 Prozent festgelegt. Auf Basis von Zahlen aus dem Jahr 2013 wird ein Zielwert von 86 Prozent erreicht.

Die Zahl der eingeschriebenen Patientinnen und Patienten in DMP steigt kontinuierlich: So waren im Jahr 2006, bei Einführung der DMP, rund 1,9 Millionen Menschen für das DMP Diabetes Mellitus Typ 2 ins Programm eingeschrieben, 2014 waren es bereits 3,9 Millionen. Auch die Zahl der eingeschriebenen Patienten in das DMP COPD ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen: Von 8000 im Jahr 2006 auf rund 689.000 im Jahr 2014. Nach Angaben der KBV waren bis Ende Dezember 2014 etwa 7,6 Millionen Einschreibungen in ein DMP-Programm zu verzeichnen. Rund 6,5 Millionen Patientinnen und Patienten werden in diesen Programmen betreut. Der Unterschied der Zahlen erklärt sich durch die Mehrfacherkrankung einiger Patienten.

In dem Bericht werden auch die regionalen Qualitätsinitiativen der 17 KVen aufgelistet. Schwerpunkte sind hier die Arbeit in Qualitätszirkeln, die stärkere Zusammenarbeit mit Krankenkassen bei der psychotherapeutischen Versorgung und Betreuung von Familien, der Patientenschulung sowie der Unterstützung von jungen Ärzten oder Werbung bei Medizinstudenten für die Niederlassung.

© bee/aerzteblatt.de

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