Ausland

Zuckersteuer reduziert Limonadenkonsum in Mexiko

Donnerstag, 14. Januar 2016

Cuernavaca – Die zusätzliche Besteuerung von zuckerhaltigen Limonaden hat in Mexiko zu einer Reduktion des Konsums geführt. Im British Medical Journal berichtet Arantxa Colchero mit Forschern der University of North Carolina und des mexikanischen National Institute of Public Health über den Effekt dieser Zusatzsteuer (doi:10.1136/bmj.h6704).

Mexiko ist weltweit eines der Länder mit den meisten Übergewichtigen. Ein Drittel aller unter 18-Jährigen ist übergewichtig, während bei den Erwachsenen 70 Prozent zu viel wiegen. Einen Anteil an dieser Adipositas-Epidemie hat der Limonadenkonsum der Mexikaner. Mexiko ist mit einem pro Kopf Verbrauch von 163 Litern Softdrinks auch Spitzenverbraucher der süßen Getränke. Die mexikanische Regierung ist bemüht, dieses Adipositasproblem einzugrenzen. Januar 2014 trat ein neues Gesetz in Kraft, welches Werbung für ungesundes Essen im Kinderfernsehen verbietet, die Steuer für kalorienreiche Lebensmittel um acht Prozent anhebt und für Softdrinks eine Sonder­steuer von einem Peso (rund fünf Cent) pro Liter erhob. Letzteres entsprach einer Preiserhöhung von etwa zehn Prozent.

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Die Forscher untersuchten, welchen Effekt diese Steuer auf den Konsum der Softdrinks hatte. Sie schlossen 6.253 Haushalte mit mehr als 200.000 Einwohnern in ihre Studie ein. Die Arbeitsgruppe erfasste von Januar 2012 bis Dezember 2014 den Konsum der Haushalte. Sie berücksichtigen hierbei auch makroökonomische Faktoren und Trends im Konsumverhalten der Softdrinks.

Nach Einführung der Steuer fiel der Verbrauch der besteuerten Getränke um sechs Prozent. Am stärksten war dies im Dezember 2014 der Fall, als der Verbrauch sogar um zwölf Prozent fiel. Im gleichen Zuge stieg der jährliche Verbrauch von steuerfreien Getränken, wie Wasser, um vier Prozent. Es zeigte sich, dass der Konsum unabhängig vom sozioökonomischen Status der Haushalte sank. Der stärkste Effekt zeigte sich jedoch bei Haushalten aus der niedrigsten Einkommensklasse.

Die Wissenschaftler vermuten, dass der verringerte Konsum auf den höheren Preis der Getränke zurückzuführen ist. Ob die Steuer den Konsum auch langfristig senken kann, werde sich jedoch noch in Zukunft zeigen müssen. © hil/aerzteblatt.de

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