Politik

Bundesregierung intensiviert Forschung zu sexuellem Kindesmissbrauch

Freitag, 15. Januar 2016

Berlin – Der unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, startet heute eine neue wissenschaftliche Begleitforschung am bundesweiten „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ (0800 2255530). Gleichzeitig startet ein weiteres telefonisches Angebot, das „Hilfetelefon Forschung“ (0800 4455530), das sich an Betroffene und Angehörige wendet, die sich an Forschung zu belastenden Kindheitserlebnissen beteiligen möchten.

Das „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ gibt es bereits seit 2010: seitdem wurden rund 30.000 Gespräche geführt. „Die Begleitforschung ist eine sehr wichtige Unterstützung bei der Verbesserung von Hilfen, aber auch bei der Prävention und Aufarbeitung. Die Anliegen von Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften können so direkt in unsere Arbeit einfließen“, betonte Rörig.

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Mit der wissenschaftlichen Begleitforschung beauftragt wurde - wie bereits in den Jahren 2010 und 2011 -Jörg M. Fegert, ärztlicher Direktor der Abteilung für Kinder- und Jugend­psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm.  „Wir haben uns ent­schlossen, das standardisierte, international am häufigsten eingesetzte Frageinstrument, den Childhood Trauma Questionnaire (CTQ) mit aufzunehmen.

Das CTQ erfasst die Häufigkeit und den Schweregrad verschiedener Misshand­lungs­erfahrungen in Kindheit und Jugend“, erklärte Fegert. Diese Angaben ermöglichten es, Vergleiche mit internationalen Studien zu ziehen und somit aussagekräftigere Interpretationen der Daten zu erhalten.

An den Hilfetelefonen sind Mitarbeiter der Fachberatungsstelle N.I.N.A. (Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen) tätig. Sie sind psychologisch, pädagogisch oder medizinisch ausgebildet und haben langjährige berufliche Erfahrung im Umgang mit sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung des Hilfetelefons Sexueller Missbrauch sowie die Auswertung des CTQ am Hilfetelefon Forschung sollen in regelmäßigen Zwischenberichten dokumentiert und veröffentlicht werden. © pb/aerzteblatt.de

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