Ausland

Zwischenfall bei Medikamententest in Frankreich: Ein Hirntoter und vier Schwerverletzte

Freitag, 15. Januar 2016

Paris - Die französische Regierung hat den Zwischenfall bei einem Arzneimitteltest in Rennes mit einem Hirntoten und mehreren Schwerverletzten als schlimmsten Unfall dieser Art in Frankreich bezeichnet. Gesundheitsministerin Marisol Touraine sagte am Freitag, ihr sei nichts Vergleichbares bekannt. Sechs Probanden wurden nach Einnahme des Medikaments ins Krankenhaus eingeliefert. Außer dem hirntoten Patienten waren vier in einem lebensbedrohlichen Zustand, wie aus Ermittlungskreisen verlautete.

Die Ärzte fürchten bei drei weiteren Verletzten unumkehrbare Schäden. Es gebe die Hoffnung, dass sich ihre Symptome verbessern, aber auch die Furcht, dass sie sich verschlechtern, sagte Gilles Edan vom Universitätsklinikum Rennes am Freitag.

Anzeige

Neben dem Mann, den die Ärzte als hirntot beschreiben, leiden vier Männer unter neurologischen Beschwerden. Ein sechster Versuchsteilnehmer ist zur Beobachtung im Krankenhaus. Entgegen erster Medienberichte enthält das getestete Medikament kein Cannabis, wie Marisol Touraine sagte.

Insgesamt hätten im Rahmen des Tests 90 Menschen den Wirkstoff in unterschiedlichen Dosen erhalten. Bei den Opfern handele es sich um Männer im Alter von 28 bis 49 Jahren, die das Medikament mehrfach zu sich genommen hatten. "Wir wissen zu diesem Zeitpunkt nicht, wo die genauen Gründe des Unfalls liegen", betonte Touraine. Das von einem europäischen Labor entwickelte Medikament befand sich in Phase 1 der klinischen Studie, die in einer zugelassenen privaten Einrichtung erfolgte. Bei Phase 1 wird der Wirkstoff an gesunden Freiwilligen getestet. Sie folgt auf erfolgreiche Tierversuche.  © dpa/afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.097 News Ausland

Nachrichten zum Thema

28.06.16
ARMIN: Arzt und Apotheker kommunizieren über gemeinsamen Server
Berlin – Zum 1. Juli wird die Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) die elektronische Kommunikation zwischen Ärzten und Apothekern bei der Erstellung eines Medikationsplans der gemeinsamen......
27.06.16
London – Das Antihypertonikum Riociguat, das durch Stimulation der löslichen Guanylatcyclase über den Stickstoffmonoxid-Signalweg den Druck in den Lungenarterien senkt, darf künftig nicht mehr bei......
24.06.16
Krankenhausmorde: Landtag will Konsequenzen aus Fall Niels H. ziehen
Oldenburg – Der Krankenpfleger Niels H. hat nach Überzeugung der Ermittler weit mehr Menschen getötet als bisher bekannt. Bei 27 von 99 exhumierten ehemaligen Patienten des Klinikums Delmenhorst seien......
20.06.16
FDA-Warnung: Akutes Nierenversagen unter zwei SGLT2-Inhibitoren
Silver Spring – Zu Beginn einer Therapie mit den Antidiabetika Canagliflozin und Dapagliflozin kann es bei prädisponierten Patienten zu einem akuten Nierenversagen kommen. Darauf macht die......
17.06.16
Berlin – Laut E-Health-Gesetz haben Patienten, die mehr als drei Medikamente parallel einnehmen müssen, das Recht auf einen standardisierten Medikationsplan. Ein Informationsblatt der Kassenärztlichen......
15.06.16
EU-Medizinprodukte­verordnung: Gesundheitsausschuss und Staaten stimmen Einigung zu
Brüssel – Der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments und die Mitgliedstaaten im Rat haben der neuen EU-Medizinprodukte-Verordnung zugestimmt. Darauf haben der gesundheitspolitische Sprecher......
14.06.16
Emden – Nach dem Skandal um Operationen mit defekten Bandscheibenprothesen am Klinikum im ostfriesischen Leer sind neue Vorwürfe gegen den entlassenen Chefarzt bekannt geworden. Er soll mehrere Jahre......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige