Medizin

Fragmentierter Schlaf könnte Schlaganfallrisiko erhöhen

Dienstag, 19. Januar 2016

Toronto – Alte Menschen, die häufig nachts erwachen und einen unregelmäßigen Schlaf haben, könnten ein erhöhtes Schlaganfallrisiko aufweisen. Dass dieser unregelmäßige Schlaf jedoch eventuell nur ein Symptom und nicht Grund für dieses Risiko ist, berichten Forscher der University of Toronto um Andrew Lim in Stroke (doi:10.1161/STROKEAHA.115.011608).

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Schlafstörungen sind eine große Gruppe von Erkrankungen, die sich in unterschied­lichen Phasen des Schlafes manifestieren können. Besonders Ein- und Durch­schlafstörungen sind weit verbreitet und können ein Symptom von anderen Erkran­kungen wie Depressionen sein. Je älter Menschen werden, desto stärker sinkt die Schlafdauer. Gleichzeitig nimmt jedoch der Anteil des Tiefschlafes ab und insgesamt ist die Schlafqualität häufig schlechter. Alte Menschen erwachen häufiger und leiden unter der schlechten Qualität des Schlafes. Eine Schlafform, die durch solche häufigen Unterbrechungen charakterisiert ist, wird auch als fragmentierter Schlaf bezeichnet.

Die Forscher der Studie autopsierten 315 verstorbene Patienten, die ein Durch­schnitts­alter von 90 Jahren aufwiesen und zu 70 Prozent Frauen waren. Alle Patienten hatten zuvor an einem einwöchigen Dauermonitoring teilgenommen, bei dem Aktivität, zirka­diane Rhythmik und Schlafqualität überwacht wurden. Die Gehirne der Teilnehmer wurden nach dem Tod pathologisch untersucht. 29 Prozent der Teilnehmer zeigten Zeichen eines statt gehabten Schlaganfalls und 61 Prozent hatten Zeichen von mode­raten bis schweren Schäden an den Blutgefäßen.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass ein fragmentierter Schlaf, der durch rund sieben Unterbrechungen pro Stunde gekennzeichnet war, häufig mit einer ausgeprägten Arteriosklerose und Schlaganfällen vergesellschaftet war. So stieg bei fragmentiertem Schlaf die Odds-Ratio für Arteriosklerose um 27 Prozent und für subkortikale Schlag­anfälle um 31 Prozent. Das Risiko stieg mit der Anzahl der Unterbrechungen des Schlafs. Pro zwei zusätzlichen Unterbrechungen pro Stunde stieg das Risiko für Sauerstoffmangelschäden im Hirn um 30 Prozent.

Ein fragmentierter Schlaf scheint mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und Arteriosklerose vergesellschaftet zu sein. Möglich ist jedoch nach Ansicht der Wissenschaftler, dass diese Hirn- und Gefäßschäden selbst der Auslöser für den schlechten Schlaf sind. © hil/aerzteblatt.de

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