Politik

Strukturierte Versorgung von Schmerzpatienten auch ökonomisch sinnvoll

Dienstag, 19. Januar 2016

Oberursel – Selektive Versorgungsverträge können die Betreuung von Schmerz­patienten verbessern und gleichzeitig Ressourcen im Gesundheitswesen sparen. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hingewiesen. „Die strukturierte Versorgung ist keine unbezahlbare Utopie naiver Idealisten. Innovative Ansätze der DGS und des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin (BVSD) in Kooperation mit Krankenkassen zeigen seit Jahren, dass eine bessere schmerzmedizinische Versorgung mit selektiven Versorgungs­verträgen funktionieren kann“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

2005 hat die DGS mit der Techniker Krankenkasse (TK) und weiteren Kassen einen integrierten Versorgungsvertrag für Rückenschmerzpatienten konzipiert, um Patienten mit chronischen Rückenschmerzen besser zu versorgen. Mittlerweile gibt es erste Ergebnisse aus der begleitenden Versorgungsstudie.

Anzeige

Viele Patienten, denen primär zu einer Operation geraten worden war, wurden mit einem multimodalen Konzept unter Einbeziehung von Verhaltenstraining, Physiotherapie, Psychotherapie und pharmakologischer Schmerztherapie behandelt. „Ökonomisch rechnet sich das für eine Krankenkasse eindeutig, und anders als mit Operationen kommen wir so zu langfristigen Lösungen für die Patienten“, sagte Klaus Rupp, Fachbereichsleiter Versorgungsmanagement bei der TK.

Problematisch sei im Augenblick aber, dass Selektivverträge derzeit nur einem kleinen Teil der Patienten zugutekämen. Nur etwa ein Prozent des Budgets der gesetzlichen Krankenversicherung fließe in diese Versorgungsform. Rupp betrachtet Selektivverträge daher als ein Vehikel, erfolgversprechende Konzepte auch in die Regelversorgung zu bringen.

Rückenschmerzen sind auch Gegenstand eines möglichen neuen Chronikerprogramms (Disease Management Programm, DMP): Im August 2014 hatte der Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) angekündigt, für vier Krankheitsbilder zu prüfen, ob sie sich für die Entwicklung neuer strukturierter Behandlungsprogramme eignen. Dabei handelt es sich um rheumatoide Arthritis, chronische Herzinsuffizienz, Osteoporose und Rückenschmerz. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

15.06.16
Nashville/Tennessee – Überdosierungen sind nicht das einzige tödliche Risiko von lang-wirksamen Opioiden in der Schmerztherapie. In einer Auswertung von Versichertendaten im US-amerikanischen......
14.06.16
Chronischer Schmerz: Therapeuten fordern flächendeckende Versorgung
Berlin – „Traumberuf Schmerztherapeut“ lautete der Titel der Jahrestagung des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin (BVSD), die am 10.......
07.06.16
Hongkong – Eine zusätzliche Elektroakupunktur hat in einer randomisierten klinischen Studie die Ergebnisse einer konservativen Behandlung mit einer nächtlichen Handgelenkschiene verbessert. Das Ausmaß......
07.06.16
Schmerzversorgung „zentrales gesundheits­politisches Anliegen“
Berlin – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat die flächendeckende und bedarfsgerechte medizinische Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen als „ein zentrales......
06.06.16
Kopenhagen – Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen wie Demenz können häufig nicht artikulieren, dass sie unter chronischen Schmerzen leiden. Ärzte, Pflegekräfte und Angehörige können daher ihre......
31.05.16
Boulder/Colorado – Eine Schmerzbehandlung mit Opiaten hat in Experimenten an Ratten die Schmerzdauer nach einer Verletzung peripherer Nerven verdoppelt, was die Forscher in den Proceedings of the......
20.05.16
Essen – Patienten, die an neuropathischen Schmerzen leiden, helfen subkutane Injektionen des Nervengifts Botulinumtoxin A, auch bekannt als Botox. Das zeigt eine Studie, die in Lancet Neurology......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige