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Wo Krebspatienten ihre letzten Lebensmonate verbringen

Mittwoch, 20. Januar 2016

Hamburg – Ob Krebspatienten zu Hause oder im Krankenhaus versterben, ist sehr stark vom Land abhängig, in dem sie leben. Dies zeigt eine internationale Studie unter Beteiligung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE), die die Inanspruch­nahme und Kosten von Gesundheitsleistungen in den letzten Lebensmonaten in sieben Ländern untersucht hat.

Belgien, England, Kanada und Norwegen liegen laut der Studie an der Spitze der Krankenhauseinweisungen. In diesen Ländern wurden mehr als 80 Prozent der Krebspatienten in den letzten sechs Lebensmonaten ins Krankenhaus eingewiesen. In Belgien und Kanada verstirbt dort auch mehr als jeder zweite Krebspatient. In Deutsch­land werden rund 70 Prozent der Krebspatienten innerhalb der letzten sechs Monate im Krankenhaus aufgenommen, wobei nur circa 38 Prozent dort auch ihren letzten Lebenstag verbringen.

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Die USA verzeichnet mit nur 22 Prozent die geringste Sterberate in Krankenhäusern. „Ein Grund dafür sind die Krankenhausvergütungssätze in Amerika, die wesentlich höher sind als in allen anderen Ländern“, erläutert Rudolf Blankart vom HCHE. Der Kostendruck in den USA habe zu einem erheblichen Ausbau von Pflegeeinrichtungen und Hospizen geführt. Diese Entwicklung sei aber durchaus im Sinne der Patienten: „Immer wieder konnte in Studien gezeigt werden, dass Patienten eher in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld und nicht im Krankenhaus versterben möchten“, so der HCHE-Forscher weiter.

Laut einer Bevölkerungsbefragung der Bertelsmann Stiftung möchten nur sechs Prozent der Deutschen ihre letzten Tage und Wochen in einer Klinik verbringen und 76 Prozent lieber zu Hause.

Das neue Hospiz- und Palliativversorgungsgesetz soll dazu beitragen, dass alle Menschen an den Orten gut versorgt und begleitet sind, an denen sie ihre letzte Lebensphase verbringen. Dafür ist flächendeckend ein passgenaues Angeboten von medizinischen und pflegerischen Leistungen für schwerstkranke Menschen und Sterbende nötig. © hil/aerzteblatt.de

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