Medizin

Neue Bildgebung findet Schimmelpilz­infektion in der Lunge frühzeitig

Donnerstag, 21. Januar 2016

Tübingen – Ein neues Diagnoseverfahren für eine Schimmelpilzinfektion der Lunge haben Wissenschaftler des EU-Konsortiums „MATHIAS“ (New Molecular-Functional Imaging Technologies and Therapeutic Strategies for Theranostic of Invasive Aspergillosis) entwickelt. Die Forscher machen die Erkrankung mit radioaktiv markierten Antikörpern sichtbar, die sich spezifisch nur an bestimmte Strukturen des wachsenden Schimmelpilzes heften. Die Arbeit am Mausmodell ist in der Zeitschrift PNAS erschienen (doi: 10.1073/pnas.1518836113). „MATHIAS“ wird von der Universität und dem Universitätsklinikum Tübingen koordiniert.

Die sogenannte invasive Aspergillose ist eine der häufigsten Todesursachen bei immungeschwächten Patienten. Gesunden Menschen bereiten Sporen des Schimmel­pilzes Aspergillus fumigatus in der Regel keine Probleme, die körpereigene Immun­abwehr tötet die Eindringlinge rechtzeitig ab.

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Bisher müssen bei immungeschwächten Patienten, die erste Symptome einer invasiven Aspergillose zeigen, Gewebe oder Flüssigkeit aus der Lunge entnommen und im Labor untersucht werden, um die Krankheit zu erkennen. „Wenn das von uns entwickelte Verfahren sich auf den Menschen übertragen ließe, könnte ihnen diese schmerzhafte und mitunter gefährliche Prozedur in Zukunft erspart bleiben und viel Zeit für eine erfolgreiche Therapie gewonnen werden“, erläutert Stefan Wiehr vom Werner Siemens Imaging Center, Abteilung für präklinische Bildgebung und Radiopharmazie des Universitätsklinikums Tübingen.

Die Erstautoren Anna-Maria Rolle, Tübingen, und Mike Hasenberg, Essen, haben für das Verfahren die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit der Magnetresonanz­tomographie (MRT) kombiniert. Aufgrund der antikörperbasierten Bildgebung können sie ausschließen, dass es sich bei auffälligen Strukturen in der Lunge um eine bakterielle oder virale Infektion handelt. „Neben einer schnelleren Diagnose wäre die neue Methode auch weitaus zuverlässiger und spezifischer“, so Matthias Gunzer, Leiter des Instituts für experimentelle Immunologie und Bildgebung des Universitätsklinikums Essen.

© hil/aerzteblatt.de

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