Ausland

Ebola-Impfstoff und Antibiotika­resistenzen sind Themen auf dem Weltwirtschaftsforum

Donnerstag, 21. Januar 2016

Davos – Der Pharmakonzern Merck Sharp & Dohme (MSD) und die Global Alliance for Vaccines and Immunisation (Gavi) haben auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Vereinbarung zum Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV getroffen. Die Impfallianz Gavi sagte demnach zu, den Impfstoff zu kaufen und vorrätig zu halten. Bei möglichen zukünftigen Ausbrüchen soll er damit problemlos verfügbar sein.  

„Die Nachricht, dass Merck und Gavi eine Vereinbarung zum Kauf und zur Lagerung von Mercks Ebola-Impfstoff getroffen haben, ist ermutigend“, erklärte Manica Balasegaram von Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières, MSF).  Allerdings wolle MSF als eine der zentralen Organisationen im Kampf gegen Ebola  konkretere Informationen zu einigen wichtigen Details erhalten.  „Wir möchten außerdem verstehen, wie Gavi und Merck den Preis – vor allem langfristig – festlegen werden.“ MSF hoffe, dass der Verkaufspreis nahe an den Produktionskosten liegen werde.

Anzeige

Ein weiteres Thema auf dem Weltwirtschaftsform waren Antibiotikaresistenzen. Vertreter der  Pharmaindustrie kündigten an, sich stärker in diesem Bereich engagieren zu wollen. Rund 80 Unternehmen und Verbände unterzeichneten die „Declaration by the Pharmaceutical, Biotechnology and Diagnostics Industries on Combating Antimicrobial Resistance“ – unter ihnen auch  der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa).

„Die Problematik der Antibiotika-Resistenzen verlangt nach entschlossenen Lösungen und neuen Wegen. Deshalb ist der Ansatz dieser Deklaration genau der richtige“, betonte Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa in Berlin. Ein so großes Problem könne nur im Zusammenwirken von Unternehmen, Wissenschaft, Politik, Ärzten und Kostenträgern angegangen werden.

Die Unterzeichner der Deklaration verlangen Anstrengungen für einen verantwortungs­vollen Umgang mit Antibiotika und den Einsatz von mehr Erregerdiagnostik, damit die jeweils am besten geeigneten Mittel ausgewählt werden können. Sie appellieren außerdem an die Regierungen, neue Strukturen zu schaffen, die den Antibiotikamarkt für Unternehmen verlässlicher machen. © BH/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.437 News Ausland

Nachrichten zum Thema

20.01.17
Antibiotikare­sistenzen: Schwellenländer sind ein Problem
Berlin – Der Staatsminister im Bundeskanzleramt, Helge Braun, hat die internationale Zusammenarbeit beim Kampf gegen multiresistente Keime beschworen. „Es ist wichtig, dass wir in den G7-Staaten die......
16.01.17
Atlanta – Eine über 70 Jahre alte Frau, die sich in Indien nach einem Knochenbruch eine Infektion zuzog, ist nach ihrer Rückkehr in die USA in einer Klinik an einer Sepsis gestorben. In den......
03.01.17
Jena/Hannover – Die unkontrollierte Einfuhr von Fleisch kann die Verbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien begünstigen und so eine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Das berichten......
23.12.16
Genf – Der Impfstoff rVSV-ZEBOV, der ursprünglich zur Abwehr von bioterroristischen Angriffen in Nordamerika entwickelt wurde, hat sich gegen Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika als effektiv......
19.12.16
Frankfurt am Main – Neue Engpässe bei Antibiotika hat die Landesärztekammer Hessen alarmiert. „Schlichtweg eine Katastrophe“ sei es, wenn Medikamente, die dringend zur Behandlung benötigt würden, für......
15.12.16
Wiederholt Lieferengpässe bei Antibiotika: Patientensicherheit ist in Gefahr
Lieferengpässe bei Arzneimitteln treten immer wieder auf und dauern teils Monate. /Tim Reckmann pixelio.de Köln/Berlin – Derzeit kommt es auf dem deutschen und internationalen Arzneimittelmarkt erneut......
08.12.16
Hessische Ärzte setzen Antibiotika zurückhaltender ein
Frankfurt am Main – Zunehmende Antibiotikaresistenzen bereiten den Ärzten in Hessen Sorge und verändern das Verschreibungsverhalten. Das zeigt eine Umfrage der Landesärztekammer und des „MRE-Netz......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige