Politik

G7-Staaten wollen 76 Länder bei der Stärkung ihrer Gesundheits­versorgung unterstützen

Montag, 25. Januar 2016

Berlin – Die sieben führenden Industriestaaten (G7) wollen 76 Staaten weltweit bei der Stärkung ihrer Gesundheitsversorgung unterstützen. Das hat Bundesgesundheits­minister Hermann Gröhe (CDU) heute anlässlich der Veröffentlichung des Berichts der Bundesregierung über die deutsche G7-Präsidentschaft angekündigt. „Ein funktio­nierendes Gesundheitswesen ist der beste Schutz vor Gesundheitskrisen. Das hat die Ebola-Krise einmal mehr in dramatischer Weise gezeigt“, sagte Gröhe.

Die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und Deutschland hatten sich bereits beim G7-Gipfel im Juni 2015 auf Schloss Elmau verpflichtet, mindestens 60 Staaten ihre Unterstützung bei der Implementierung der Internationalen Gesundheits­vorschriften anzubieten. Diese Vorschriften von Juni 2007 sind für alle Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbindlich. Sie zielen darauf, die grenzüber­schreitende Ausbreitung von Krankheiten zu verhüten und zu bekämpfen sowie angemessene Gesundheitsschutzmaßnahmen einzuleiten, ohne den internationalen Verkehr und Handel unnötig zu beeinträchtigen. Mit der jetzigen Zusage würden die Beschlüsse von Elmau deutlich übertroffen, betonte Gröhe. Die Liste sei zudem eine Momentaufnahme. Weitere Staaten könnten hinzukommen.

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Geplant ist ein schnell einsetzbarer Pool von Gesundheitsexperten
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) kündigte an, gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut, dem Paul-Ehrlich-Institut, dem Bernhard-Nocht-Institut und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Partnerländern dabei zu helfen, Personal zum Management von Gesundheitskrisen auszubilden. Außerdem solle es künftig ein schnell einsetzbares Team geben, das aus Epidemiologen und Laborex­perten des Robert Koch- und des Bernhard-Nocht-Instituts besteht, das schon bei ersten Anzeichen eines Krankheitsausbruchs in den Partnerländern Unterstützung leisten kann.

Das Programm wird dem BMG zufolge in diesem Jahr mit vier Millionen Euro starten und ist zunächst für fünf Jahre geplant. Die Bundesregierung stellt zudem im Rahmen des Sonderprogramms Afrika in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 205 Millionen Euro für die Ausbildung von Gesundheitsfachkräften zur Verfügung.

Dem Abschlussbericht der Bundesregierung zufolge haben die G7 außerdem beschlossen, die WHO zu stärken, damit diese ihre Rolle als Koordinatorin in globalen Gesundheitsfragen und globalem Gesundheitsmanagement besser ausüben kann. Dazu gehören auch die Unterstützung der WHO-Initiative für einen schnell einsetzbaren Pool von Gesundheitsexperten und die Einrichtung eines WHO-Notfallfonds für Krisen.

Angesichts zunehmender Antibiotika-Resistenzen sprechen sich die G7 im Abschluss­bericht für einen fachgerechten Einsatz von Antibiotika in der Human- und Veteri­närmedizin sowie eine Verschreibungspflicht aus.  Die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika soll gefördert werden. Die Forschung im Bereich vernachlässigter Tropenkrankheiten soll ebenfalls vorangetrieben werden. © HK/aerzteblatt.de

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