Politik

Wehrbeauftragter: Traumatisierte Soldaten besser versorgt

Dienstag, 26. Januar 2016

Berlin – Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, sieht Verbesserungen bei der psychosozialen Versorgung von Soldaten mit einsatzbedingen psychischen Erkrankungen. So steht es im Jahresbericht 2015, der heute in Berlin vorgestellt wurde: „Die Bundeswehr unternimmt im Bereich Prävention und Therapie psychischer Erkrankungen erhebliche Anstrengungen.“

Der Umgang der Bundeswehr mit psychischen Schädigungen von Soldaten aufgrund traumatischer Ereignisse in den Auslandseinsätzen wurde in den letzten Jahren von allen Wehrbeauftragten eher kritisch beurteilt. Jetzt konstatierte Bartels: „Ein breit gefächertes psychosoziales Hilfsangebot für geschädigte Soldaten sowie für Angehörige wurde etabliert.“ 70 bis 80 regionale Netzwerke – bestehend aus Truppenärzten, Sozialarbeitern, Militärseelsorgern und Truppenpsychologen – gebe es inzwischen.

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Nur zehn bis 20 prozent der traumatiserten Soladaten begeben sich in Behandlung
Im Jahr 2015 wurden 235 Soldaten wegen einer einsatzbedingten posttraumatischen Belastungsstörung untersucht, behandelt oder begutachtet. Rund 2.500 Soldaten wurden in diesem Jahr im Ausland eingesetzt. Nach Erkenntnissen der sogenannten Dunkelzifferstudie der Technischen Universität Dresden aus 2012 begeben sich jedoch nur zehn bis 20 Prozent der so erkrankten Soldaten in Behandlung.

Der Wehrbeauftragte rechnet aufgrund von verbesserter Aufklärung und Entstigmatisierung in den nächsten Jahren mit einem „wachsenden Versorgungsbedarf“. Die Entwicklung deute auch darauf hin, dass die Erkrankungen an Schwere zugenommen haben. Außerdem steige die Zahl der im Ausland eingesetzten Soldaten in diesem Jahr auf 4.000 bis 5.000, während sie sie in den letzten Jahren tendenziell zurückgegangen war.

Wartezeiten von bis zu drei Monaten auf Therapieplatz
Die meisten erkrankten Soldaten wollen in den bundeswehreigenen Einrichtungen behandelt werden, heißt es im Jahresbericht. Allerdings müssten psychisch kranke Soldaten dort derzeit bis zu drei Monate auf einen Therapieplatz warten, weil das Klinikpersonal in den psychiatrischen Abteilungen der Bundeswehrkrankenhäuser „nur moderat angepasst werden konnte“.

Der Wehrbeauftragte begrüßt in diesem Zusammenhang, dass seit Anfang des vergangenen Jahres 13 zusätzliche Fachärztliche Untersuchungsstellen Psychiatrie für die ambulante Versorgung in den regionalen Sanitätszentren etabliert werden konnten. Die Stellen konnten jedoch noch nicht alle besetzt werden.

Fortbildung für „Zivile“ zu Besonderheiten einsatzbedingter Erkrankungen
Die Wartezeiten in zivilen Therapieeinrichtungen seien noch länger als in den bundeswehreigenen Strukturen, gibt der Wehrbeauftragte zu Bedenken. Zudem seien nicht alle zivilen ärztlichen und Psychologischen Psychotherapeuten für die Besonderheiten psychischer Schädigungen von Soldaten nach Auslandseinsätzen sensibilisiert. Bartels begrüßt deshalb die Fortbildungsveranstaltungen für Psychotherapeuten, die aufgrund einer Kooperationsvereinbarung mit der Bundespsychotherapeutenkammer regelmäßig stattfinden. Diese hätten einen „erkennbar qualitativen Multiplikatoreneffekt“. © pb/aerzteblatt.de

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Practicus
am Sonntag, 7. Februar 2016, 21:43

Unter meinen Patienten

befindet sich ein ehemaliger hoher BW-Offizier, der nach einem Einsatz im Bosnienkrieg 1992 seine Dienstzeit beendete und mit einer klassischen PTBS völlig allein dem Suff überlassen wurde...
Als er sich jetzt an die BW wandte, bekam er nur zu hören, es gebe keine Unterlagen mehr, etwaige Ansprüche könnten nicht mehr geprüft werden...
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