Medizin

Weitsichtigkeit führt bereits im Kindergarten zu Defiziten

Donnerstag, 28. Januar 2016

Columbus – Augenärzte zögern häufig, Kindern mit moderater Hyperopie eine Brille zu verschreiben. Eine Studie in Ophthalmology (2016; doi: 10.1016/j.ophtha.2015.11.023) zeigt jedoch, dass dies zu Nachteilen in der vorschulischen Entwicklung führen kann.  

Schätzungsweise 4 bis 14 Prozent aller Kinder im Vorschulalter haben eine leichte Weitsichtigkeit. Sie werden dadurch im Alltag kaum behindert, doch kleine Gegenstände können sie häufig nicht scharf sehen. Bislang wird den Kindern erst zu Beginn der Schulzeit eine Brille verschrieben, um Nachteile beim Lernen zu vermeiden. Die Kinder erwerben heute jedoch bereits im Kindergarten erste Fähigkeiten im Umgang mit Büchern und Buchstaben, die der „Test of Preschool Early Literach“ (TOPEL) erfasst.

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Ein Team um Marjean Taylor Kulp von der Ohio State University in Columbus hat den Test bei 492 Kindern im Alter von 4 bis 5 Jahren durchgeführt, die an der VIP-HIP-Studie des National Eye Institute teilgenommen hatten. Etwa die Hälfte der Kinder war hyperop. Die anderen waren emmetrop (normalsichtig). Bei einem geringen Brechfehler der Augen hatte dies keine Auswirkungen auf die Leistungen im TOPEL. Ab einer Weitsichtigkeit von 4,0 Dioptrien oder einer Weitsichtigkeit von 3,0 bis 6,0 Dioptrien gepaart mit einem verminderten beidäugigen Nahvisus (20/40 oder schlechter) kam es jedoch zu einer signifikanten Verschlechterung.

Für Kulp sind dies gute Gründe, um über eine frühzeitige Versorgung der Kinder mit einer Brille nachzudenken, auch wenn derzeit nicht klar ist, ob die Kinder später in der Schule Nachteile haben. © rme/aerzteblatt.de

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