Medizin

Schweißsensor im Armband als Chemielabor

Donnerstag, 28. Januar 2016

Berkeley – US-Ingenieure haben ein Armband entwickelt, das neben der Körper­temperatur die Konzentration von Natrium, Kalium, Laktat und Glukose im Schweiß misst und die Ergebnisse drahtlos an ein Smartphone schickt. Einen Prototyp stellen die Forscher in Nature (2016; doi: 10.1038/nature16521) vor.

Das Plastikarmband besteht zum einen aus verschiedenen Sensoren, die auf der Innenseite des Armbands platziert sind und die Haut berühren. Die Ergebnisse werden dann von einem drahtlosen Sender an ein Smartphone übertragen. Das Armband kann am Handgelenk getragen werden und es soll die Sportler, für die es in erster Linie gedacht ist, nicht in ihren Aktivitäten stören.

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Das Team um Ali Javey von der Universität von Kalifornien in Berkeley hat das Armband bereits an gesunden Probanden getestet. Bei einem Ergometer-Test kam es erwar­tungs­gemäß zu einem Anstieg der Laktatwerte, während die Glukoseausscheidung deutlich abnahm. Ein Anstieg des Natriumwerts dürfte in erster Linie kennzeichnend für die Schweißproduktion sein. Er war bei den Probanden von einem Abfall des Kaliumwerts begleitet.

Ob das Gerät einen medizinischen Nutzen hat, ist noch völlig unklar, zumal es kaum Vergleichswerte für die Konzentration von Stoffwechselprodukten und Elektrolyten im Schweiß gibt, geschweige denn Grenzwerte, die einen für den Nutzer sinnvollen Alarm abgeben. Im Prinzip könnte jedoch ein übermäßiger Verlust von Natrium und Kalium im Schweiß ein Warnsignal für eine bevorstehende Dehydrierung sein oder auch bevorstehende Muskelkrämpfe ankündigen.

Der Laktatwert könnte eine Überlastung der Muskulatur anzeigen. Ob der Glukosewert im Schweiß den Diabetiker vor einer bevorstehenden Hypoglykämie warnen kann, müsste ebenfalls in klinischen Studien ermittelt werden.  Die Technik ist nicht auf die vier Parameter beschränkt. Jason Heikenfeld von der Universität von Cincinnati hält es für möglich, dass das Stresshormon Cortisol oder sogar die Konzentration von Medikamenten im Schweiß bestimmt werden können. © rme/aerzteblatt.de

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