Politik

Arzneimittelausgaben steigen um fünf Prozent

Freitag, 29. Januar 2016

Berlin – Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind von 31,3 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 32,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gestiegen. Das entspricht einem Plus von fünf Prozent. In beiden Beträgen sind die Einsparungen durch die Rabattverträge noch nicht enthalten. Diese Zahlen vermeldete heute die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Sie beruhen auf Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV).

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Die Zahl der auf Kassenrezept abgegebenen Medikamente, inklusive Hilfsmittel und Rezepturen, ist dabei mit circa 749 Millionen nur leicht um 0,1 Prozent gestiegen. Für den Anstieg der Kosten ist demnach nicht die Menge der Arzneimittel, sondern deren Preis verantwortlich. Sehr hohe Preise haben die Krankenkassen im vergangenen Jahr für einige der vor kurzem auf den Markt gekommenen neuen Arzneimittel gezahlt, zum Beispiel Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C. Den Berechnungen des DAV zufolge zahlten sie für diese Arzneimittel im Jahr 2015 etwa 700 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

„Solidargemeinschaft wird langfristig stark entlastet“
„Die Frage nach einem angemessenen Preis für diese Medikamente wird die Gesell­schaft auch künftig umtreiben. Aber man sollte die Diskussion besonnen führen und dreierlei berücksichtigen“, meinte der DAV-Vorsitzende Fritz Becker. „Erstens kann der Zugang zu bestimmten Medikamenten für Patienten überlebenswichtig sein.“ Zweitens zeige gerade das Beispiel Hepatitis C, dass heute Heilung möglich werde, wo zuvor jahrelange kostenintensive Dauertherapien bis hin zu Transplantationen unvermeidbar waren. Die Solidargemeinschaft werde dadurch langfristig stark entlastet.

Arzneimittelpreise: Innovationen werden immer teurer

2014 kamen 46 Arzneimittelwirkstoffe neu auf den deutschen Markt – ein Rekord. Rekordverdächtig ist auch, dass bei acht Wirkstoffen eine Packung mehr als 10 000 Euro kostet. Der Trend zu immer höheren Preisen für neue Medikamente hält an. 

„Und drittens dürfte der Bedarf an Arzneimitteln für solche Erkrankungen nach einer Hochphase wieder zurückgehen, wenn die betroffene Bevölkerungsgruppe therapiert ist und nur noch eine beschränkte Zahl an jährlichen Neuerkrankungen behandelt werden muss“, so Becker. „Es wäre deswegen falsch, das Problem allein unter kurzfristigen Kostengesichtspunkten zu sehen.“

Rabattverträge: 2,5 Milliarden Euro Einsparungen allein in den ersten drei Quartalen
Die ABDA geht davon aus, dass die Rabattverträge zu Einsparungen in Höhe von etwa 2,5 Milliarden Euro in den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 geführt haben. Das wäre ein Zuwachs von 13 Prozent. Noch nie waren die Einsparungen durch Rabattverträge so hoch. Die ABDA wies darauf hin, dass die Entwicklung der Arzneimittelausgaben 2015 im Rahmen der Vorgaben liege, die Krankenkassen und Ärzte für das Jahr vereinbart hatten.

Apotheker erhalten fünf Milliarden Euro
Der Anteil der Vergütung für Apotheken lag wie in den Jahren zuvor bei unter drei Prozent der GKV-Gesamtausgaben, erklärte die ABDA weiter. Die 20.000 Apotheken mit ihren 150.000 Beschäftigten bekämen demnach etwa 16 Prozent (rund 5 Milliarden Euro) der GKV-Arzneimittelausgaben. „Das Apothekenhonorar ist 2015 weitgehend konstant geblieben, weil auch die Zahl abgegebener Packungen nicht gestiegen ist“, erklärte Becker und betonte: „Apotheken sind keine Kostentreiber im System.“ © fos/aerzteblatt.de

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