Medizin

Kaiserschnitt: Vaginaler Mikrobentransfer fördert Darmflora der Neugeborenen

Montag, 1. Februar 2016

New York – Eine Entwicklungsstörung der Darmflora, die für die erhöhte Rate von allergischen Erkrankungen und anderen Störungen von per Sectio caesarea geborenen Kindern gemacht wird, kann teilweise durch einen vaginalen Mikrobentransfer behoben werden, wie eine Studie in Nature Medicine (2016; doi: 10.1038/nm.4039) zeigt.

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Eine Reihe von epidemiologischen Studien hat in den letzten Jahren ergeben, dass Kinder, die per Kaiserschnitt entbunden wurden, häufiger an Asthma und anderen Allergien erkranken und eine erhöhte Anfälligkeit für Gewichtsprobleme haben. Eine Kausalität ist längst nicht bewiesen, doch ein Team um die Mikrobiologin Maria Dominguez-Bello vom NYU Langone Medical Center in New York hat bereits eine Gegenmaßnahme ersonnen, die sie als vaginalen Mikrobentransfer bezeichnet.

Der vaginale Mikrobentransfer beginnt mit der Platzierung einer sterilen Kompresse in der Vagina der Kreißenden. Sie wird nach 60 Minuten und noch vor dem Beginn des Kaiserschnitts herausgenommen und bei Zimmertemperatur in einem sterilen Behältnis gelagert. Nach der Geburt wird das Kind mit der Kompresse eingerieben und zwar zunächst die Lippen, dann Gesicht, Brust, Arme, Beine, Genitalien und Analregion und schließlich der gleiche Weg zurück. Das ganze Manöver dauert etwa 15 Sekunden. Erst danach untersucht der Neonatologe das Neugeborene.

In einer ersten Pilotstudie wurde das Verfahren an 11 Müttern, bei denen eine Schnittentbindung geplant war, und ihren Kindern erprobt. Als Vergleichsgruppe dienten sieben Mütter, die vaginal entbunden wurden. In den ersten 30 Tagen nach der Geburt wurden zu sechs Zeitpunkten insgesamt 1.519 Proben in Mund, Analbereich und von der Haut der Kinder und ihren Müttern entnommen. Dabei wurden 6,5 Millionen bakterielle Sequenzen analysiert.

Wie Dominguez-Bello berichtet, gelang es tatsächlich, einige vaginale und anale Mikroben von der Mutter auf ihr per Kaiserschnitt geholtes Kind zu übertragen. Die Effizienz war jedoch begrenzt und ob sich die Behandlung langfristig auf die Gesundheit des Kindes ausgewirkt hat, ist derzeit unklar. Da der vaginale Mikrobentransfer einfach durchzuführen und vermutlich auch sicher ist, dürfte klinischen Studien zu dieser Frage jedoch nichts im Wege stehen. © rme/aerzteblatt.de

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Dr.Bayerl
am Sonntag, 13. März 2016, 14:17

Die Idee ist prinzipiell nicht schlecht

aber ich würde nicht die vaginale Flora nehmen, sonder lieber mutaflor o.ä.
Was den Kaiserschnittkindern zudem fehlt ist der stressbedingte Cortisonstoß, damit sie vernünftig atmen, der bekannte Klapps der Hebamme :-)
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