Medizin

Hypertrophe Kardiomyopathie: Myosin-Inhibitor mindert Remodeling

Montag, 8. Februar 2016

San Francisco – Ein neuartiger Myosin-Inhibitor kann bei der hypertrophen Kardio­myopathie, einer Reihe von zumeist genetisch bedingten Erkrankungen, den pathologischen Umbau des Herzmuskels verhindern, der als Remodeling bezeichnet wird. Dies zeigen tierexperimentelle Ergebnisse in Science (2016; 351: 617-621), die bereits erste klinische Studien veranlasst haben.

Für die hypertrophe Kardiomyopathie, deren Ursache vor 1990 gänzlich unbekannt war, wurden inzwischen mehr als 300 unterschiedliche Mutationen gefunden. Die meisten beeinflussen die Effektivität des motorischen Apparats in den Herzmuskelzellen. Er wird im Kern aus den fadenförmigen Proteinen Myosin und Aktin gebildet, wobei die Bewegung der Myosin-Köpfchen die treibende Kraft ist.

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Die Forschung ging lange davon aus, dass die Mutationen den Aktin-Myosin-Motor strukturell schwächen. Neuere Untersuchungen zeigen dagegen, dass die Motorleistung durch die Mutationen eher gesteigert wird. Das Remodeling scheint Folge einer ständigen „Überdrehung“ des Motors mit einem exzessiven Brennstoffverbrauch (sprich ATP-Utilisation) zu sein. Der Physiologe David Washaw von der Universität von Vermont in Burlington, der die Zusammenhänge vor einigen Jahren entdeckt hat, vergleicht die Situation mit einem Formel 1-Motor, der in einen normalen PKW eingebaut wurde und mit der Zeit das Fahrgestell ruiniert.

Diese Erkenntnisse haben zur Entwicklung eines neuartigen Wirkstoffs geführt: MYK-461 hemmt als allosterischer Modulator die Leistung des Myosin-Aktin-Motors. Der Myosin-Inhibitor verminderte in den jetzt veröffentlichten präklinischen Untersuchungen die ATP-Utilisation, was sich günstig auf die Entwicklung der hypertrophen Kardiomyopathie auswirkte. Die Experimente wurden an Mäusen durchgeführt, denen eine der beim Menschen auslösende Mutation ins Erbgut geschrieben wurde.

Ein Team um Christine Seidman von der Harvard Universität in Boston hat zusammen mit Forschern der Firma Myokardia aus San Francisco, die die klinische Entwicklung des Mittels betreibt, MYK-461 zunächst an jungen Mäusen getestet, die noch keine strukturellen Veränderungen aufwiesen. MYK-461 konnte hier eine Fibrose und eine Störung in der gleichmäßigen Anordnung der Herzmuskelfasern verhindern, die charakteristisch für die Erkrankung sind.

Bei älteren Tieren, die bereits strukturelle Veränderungen im Herzmuskel aufwiesen, waren die Ergebnisse erwartungsgemäß schwächer ausgeprägt. Der Hersteller hat bereits mit ersten klinischen Studien begonnen, die naturgemäß an gesunden Probanden erfolgen. Das Mittel scheint eine selektive Wirkung auf den Herzmuskel zu haben und die Skelettmuskulatur nicht zu schädigen.

Sofern MYK-461 die klinische Prüfung besteht, dürfte das Einsatzgebiet im Frühstadium der Erkrankung liegen. Den größten Nutzen hätten vermutlich Träger der auslösenden Mutationen, deren Herzmuskel noch nicht vom Remodeling betroffen ist. Diese Personen zu finden, dürfte ohne ein Screening allerdings kaum möglich sein. © rme/aerzteblatt.de

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nabilabdulkadirdeeb.germany&
am Freitag, 12. Februar 2016, 15:55

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) !



Nabil َAbdul Kadir DEEB
Arzt – Physician – Doctor

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) !

Aufgrund der relativen Seltenheit und der Komplexität des Erkrankungsbildes bedürfen Patienten mit HCM einer engmaschigen Betreuung in oder in Kooperation mit spezialisierten Zentren fuer Kardiologie.

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist eine Erkrankung des Herzmuskels, die durch vererbte Mutationen in Sarkomers Proteine ​​verursacht werden können.

Klinische Diagnose hängt von einer anomalen Verdickung des Herzens, aber die frühesten Anzeichen der Krankheit sind hyperdyname Kontraktion und Entspannung beeinträchtigt .

Maximale Wanddicken und Ermittlung der linksventrikulären Muskelmasse können auch mittels Kardio-MRT und Kardio-CT bestimmt werden. Myokardiales Narbengewebe lässt sich als Late-enhancement im Kardio-MRT erfassen .

Die invasive Diagnostik dient dem Ausschluss/Nachweis einer koexistenten Koronarsklerose, der Darstellung der septalen Gefäßversorgung vor geplanter Septumablation und dem Nachweis prognostisch relevanter Muskelbrücken.

Myokardiale Biopsien können zum Ausschluss von Speichererkankungen (Amyloidosen) sinnvoll sein.

Bei entsprechender Klinik (NYHA III) sollte im Sinne einer Stufendiagnostik eine invasive Abklärung erfolgen.

Aufgrund des Risikos für einen plötzlichen Herztod stellt die Identifikation von HCM-Hochrisikopatienten unter dem Aspekt der ICD-Versorgung eine besondere Herausforderung dar. Bisher wurden fünf Hauptrisikofaktoren identifiziert . Bei einem relativ niedrigen positiven prädiktiven Wert der einzelnen Risikofaktoren steigert deren Kombination den Aussagewert erheblich .

Vorhofflimmern mit Verlust der aktiven Ventrikelfüllung ist bei HNCM häufig mit einem beträchtlichen Leistungsknick und einer Gefährdung hinsichtlich kardioembolischer Ereignisse verbunden .

Mit freundlichen kollegialen Gruessen

Nabil َAbdul Kadir DEEB
Arzt – Physician – Doctor
Foerderverein Palastinensischer Aerzte und Akademiker e.V.

e.mail: doctor.nabil.deeb.pmi.germany@googlemail.com
or
e.mail: doctor.nabilabdulkadirdeeb@googlemail.com “

53173 BONN ; GERMANY .
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