Medizin

Zika-Embryopathie: Virus schädigt auch die Augen

Mittwoch, 10. Februar 2016

São Paulo – Die Mikrozephalie, die die Aufmerksamkeit auf mögliche teratogene Schäden durch intrauterine Infektionen mit dem Zikavirus gelenkt hat, ist nicht das einzige Kennzeichen einer sich abzeichnenden Embryopathie. Brasilianische Augenärzte beschreiben in JAMA Ophthalmology (2016; doi: 10.1001/jamaopthalmol.2016.0267) ernsthafte Veränderungen im Augenhintergrund, die zur Erblindung vieler Kinder führen könnten.

Das Hospital Geral Roberto Santos ist eine Schwerpunktklinik in Salvador, der Hauptstadt des Bundesstaates Bahia, die besonders schwer von der Epidemie mit dem Zikavirus betroffen ist. Die Augenärzte dort konnten im Dezember 29 Kinder mit einer Mikrozephalie untersuchen, die auf eine Infektion der Schwangeren mit dem Zikavirus zurückgeführt wurde. Insgesamt 23 der 29 Mütter konnten sich an Anzeichen oder Symptome einer Infektion mit dem Zitavirus während der Schwangerschaft erinnern.

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Dies wäre ein ungewöhnlich hoher Anteil, da 80 Prozent der Erkrankungen norma­lerweise asymptomatisch verlaufen. Die Frauen erinnerten sich an Hautausschläge, Fieber, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Juckreiz. Bei 18 der 23 Frauen war die Erkrankung im ersten Trimenon aufgetreten, also in der Phase der Embryogenese, die besonders anfällig für teratogene Schäden ist.

Die Kinder waren bei der augenärztlichen Untersuchung zwischen einem und sechs Monate alt, und es ist derzeit noch zu früh, um die Sehfähigkeit zu untersuchen. Wie ein Team um Rubens Belfort von der Universität von São Paulo berichtet, entdeckten die Ophthalmologen in Salvador bei zehn der 29 Kinder (an 17 von 58 Augen) schwer­wiegende Veränderungen im Augenhintergrund. Bei sieben der zehn Kinder waren beide Augen betroffen.

Bei 11 der 17 betroffenen Augen sahen die Augenärzte Pigmentauflockerung der Retina und eine eng umgrenzte chorioretinale Atrophie. Pigmentauflockerungen sind unspezifische Veränderungen, die bei verschiedenen Erkrankungen auftreten und deren Auswirkungen auf die Sehkraft schwer abzuschätzen sind. Eine chorioretinale Atrophie deutet jedoch auf eine ernsthafte Schädigung des Sehens hin, vor allem wenn sie, wie bei den meisten Kindern der Fallserie, die Makula, also den Bereich des schärfsten Sehens betrifft, ohne den beispielsweise das Lesen nicht möglich ist.

Acht Augen wiesen Veränderungen des Sehnervens auf, der für die Signalleitung vom Auge zum Gehirn zuständig ist. Ein Kind hat ein bilaterales Kolobom, eine Spaltbildung der Iris. Bei einem Auge war auch eine Subluxation der Linse erkennbar. Die Störungen bei diesem Kind könnten nach Ansicht der Autoren auch eine andere Ursache gehabt haben.

Die anderen Veränderungen erinnern Belfort an Augenschäden durch intrauterine Infektionen mit dem West-Nil-Virus, das wie das Zika-Virus zur Familie der Flaviviridae gehört. Es gäbe auch Ähnlichkeiten zur Retinochoroiditis bei der Toxoplasmose, einer ebenfalls intrauterin übertragenen Infektion, die in vielen Ländern eine häufige Erblindungsursache ist.

Welchen Einfluss die Augenschäden auf die Sehkraft der Kinder haben, wird sich erst später zeigen, wenn Sehtests möglich sind. Unklar ist auch, ob die Augenschäden nur bei Kindern mit Mikrozephalie auftreten. Die Ophthalmologen Lee Jampol und Debra Goldstein von der Feinberg School of Medicine in Chicago halten es jedoch für angebracht alle Kinder nach einer Infektion der Schwangeren augenärztlich zu untersuchen. © rme/aerzteblatt.de

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cucumber
am Freitag, 12. Februar 2016, 16:25

Hm, wirklich?

"In October 2014, the Brazilian Ministry of Health’s Epidemiological Surveillance Center “Prof. Alexandre Vranjac” (CVE) in São Paulo, Brazil published a “technical report” on the diphtheria, tetanus and pertussis vaccine (Tdap).1 In that report, the CVE stated that the Tdap vaccine would be included in Brazil’s National Vaccination Schedule for pregnant women."

{Centro de Vigilância Epidemiológica “Prof. Alexandre Vranjac” (CVE). INFORME TÉCNICO–VACINA DIFTERIA, TÉTANO E COQUELUCHE (dTpa). cve.saude.sp.gov.br October 2014.}

.
Im Mai fingen dann die 'Mikrozephalie-Epidemie' an.
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